Di., 15.09.2026 , 14:23 Uhr

Ostbayern: Wegschauen kostet Zeit – warum Zivilcourage Leben retten kann

Zum Tag der Zivilcourage am 19. September rufen die Johanniter in Ostbayern dazu auf, in Notfällen nicht wegzuschauen. Wer den Rettungsdienst alarmiert und mit Erster Hilfe beginnt, kann entscheidend dazu beitragen, Leben und Gesundheit eines Menschen zu schützen.

Zivilcourage bedeutet nicht Heldentum

„Bei Zivilcourage geht es nicht um Heldentum“, sagt Gregor Lindner, Sachgebietsleiter für Ausbildung bei den Johannitern in Ostbayern. „Sondern um die Bereitschaft, hinzuschauen und im Rahmen der eigenen Möglichkeiten zu helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.“

Dazu gehört nach Angaben der Johanniter beispielsweise, in einem Notfall selbst aktiv zu werden, den Rettungsdienst zu rufen und mit der Ersten Hilfe zu beginnen.

„Leider erleben wir immer wieder, dass kostbare Zeit ungenutzt verstreicht, bevor unsere Rettungskräfte eintreffen“, berichtet Lindner. Gerade bei der Ersten Hilfe könne schnelles Handeln einen entscheidenden Unterschied für Leben und Gesundheit machen.

Helfen kostet manchmal Überwindung

In einer kritischen Situation aktiv zu werden, kostet nach Erfahrung der Johanniter viele Menschen zunächst Überwindung. Manche scheuen davor zurück, hervorzutreten oder die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

„Dazu gehört schon etwas Mut und ja, es kann unbequem sein und unsere Pläne durchkreuzen. Vielen Menschen ist es auch einfach peinlich, hervorzutreten und Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Aber Solidarität zu zeigen und zu handeln, wenn jemand in Not ist, macht einen entscheidenden Unterschied für die Betroffenen.“

Zivilcourage stärkt das Zusammenleben

Die Johanniter sehen in Zivilcourage nicht nur eine wichtige Hilfe in Notfällen. Wer hinschaut und aktiv wird, wenn Unrecht, Gewalt oder ein Unglück geschieht, zeigt auch Mitgefühl und Respekt gegenüber anderen Menschen.

„Wir alle können irgendwann darauf angewiesen sein, dass uns andere Menschen zur Seite stehen“, sagt Lindner.

Eigene Sicherheit geht vor

Wer anderen hilft, sollte sich dabei jedoch nicht selbst in Gefahr bringen. Der Eigenschutz hat auch bei der Ersten Hilfe Vorrang. Ist eine Situation gefährlich oder die Stimmung aggressiv, sollten Polizei und/oder Rettungsdienst sofort alarmiert werden. Anschließend gilt es, sich selbst in Sicherheit zu bringen.

Johanniter bieten Erste-Hilfe-Kurse an

Wie sich medizinische Gefahrensituationen richtig einschätzen lassen und wie Betroffene entsprechend handeln können, vermitteln die Johanniter in ihren Grund- und Auffrischungskursen zur Ersten Hilfe.

Weitere Informationen zu den Erste-Hilfe-Angeboten der Johanniter in Ostbayern gibt es auf der Website der Johanniter. www.johanniter.de/erste-hilfe-ostbayern

 

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.

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