Do., 01.07.2021 , 10:35 Uhr

Ostbayern: Gefahr für Igel -Tierschützer warnen vor Mährobotern

Von Autos überfahren, wegen zu wenigen Insekten verhungert - Igel sind vielen Gefahren ausgesetzt. Doch vor einer Gefahr die unsere moderne Welt mit sich bringt, warnen Tierschützer in den Sommermonaten besonders: dem Mähroboter.

Gefahr durch den Mähroboter

Ab Juli bringen Igel ihre Babys auf die Welt – daher warnt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) nun vor Mährobotern.

Leider haben Igel eine Größe, die ein Mähroboter nicht als Hindernis wahrnimmt. Sie fahren über Igel, töten sie oder trennen Extremitäten ab

, sagte Igel-Expertin Angelika Nelson vom LBV der Deutschen Presse-Agentur.

Zu Tierärzten und Tierauffangstationen werden dem LBV zufolge immer häufiger durch Mähroboter verletzte Igel gebracht. Viele werden laut Nelson aber gar nicht erst entdeckt und verenden qualvoll, da die kleinen Tiere nicht auf ihr Leid aufmerksam machen. Vor allem abends tippeln die nachtaktiven Tiere durch Gärten, um Nahrung zu suchen. Daher sollte ein Mähroboter bestenfalls tagsüber und unter Aufsicht eingesetzt werden, rät Nelson.

Weitere Gefahren und Tipp zum Schutz für Igel

Auch im Straßenverkehr kämen derzeit vermehrt Igel ums Leben. In der Dämmerung und bei Nacht sollte daher auch dem Igel zuliebe vorsichtig gefahren werden, so Nelson:

Es sind die letzten Wochen der Paarungszeit – daher finden wir so viele Igel tot auf der Straße. Meistens sind das Männchen, die auf der Suche nach Weibchen sind, dabei größere Strecken zurücklegen und Straßen überqueren. Gerade am Ortsanfang oder -ende ist die Gefahr groß, da Autos oft schnell fahren und viele Igel unterwegs zu offenen Flächen wandern, um dort nach Nahrung zu suchen.

Gudrun Martin arbeitet bei einer bayerischen Igelstation und kümmert sich seit über 30 Jahren um Igel in Not. Deshalb benennt sie als eine weitere Gefahr, dass sehr viele Igel verhungern, da die Insekten fehlen. Grund sind auch Gärten, die Steinwüsten ähneln. Damit die Igel in Ruhe gebären können, appelliert Martin, Plätze zu schaffen, in denen sich die Tiere zurückziehen können und ihnen in den heißen Monaten Wasser aufzustellen, damit die Tiere nicht verdursten.

 

dpa/JM

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