Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden setzte sich München gegen Köln-Rhein-Ruhr durch. Das Ergebnis fiel mit 91:50 Stimmen deutlich aus.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verkündete die Entscheidung gemeinsam mit DOSB-Chef Thomas Weikert. Die Bewerbung sei „eine Riesenchance für ganz Deutschland“, sagte Steinmeier.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder erklärte nach der Abstimmung: „Die Kölner haben es ganz schön spannend und schwer gemacht. Ihr habt uns ganz schön zum Zittern gebracht“. Anschließend sagte er: „Danke fürs Vertrauen.“
München hatte bereits vor der Abstimmung gute Bewertungen erhalten. Die Evaluierungskommission des DOSB bewertete das Konzept der bayerischen Landeshauptstadt knapp besser als das von Köln-Rhein-Ruhr.
Mit einer erfolgreichen internationalen Bewerbung könnten die Olympischen Spiele erstmals seit 1972 wieder nach Deutschland kommen. Damals war München der Hauptaustragungsort – doch auch Regensburg gehörte zu den Olympia-Städten.
Im damaligen Jahnstadion an der Prüfeninger Straße wurden sechs Spiele des olympischen Fußballturniers ausgetragen. Ob Regensburg bei möglichen Olympischen Spielen 2036, 2040 oder 2044 erneut eine Rolle spielen könnte, ist noch unklar. Das Münchner Konzept sieht allerdings vor, Wettkämpfe überwiegend in Bayern auszutragen. Fußballspiele sind dabei auch außerhalb Münchens vorgesehen.
München kann bei seiner Bewerbung auf bestehende Sportstätten und die olympische Vergangenheit von 1972 setzen. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Olympiapark. Rückhalt gibt es auch aus der Bevölkerung: Bei einer Bürgerbefragung sprach sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit für die Olympia-Pläne aus.
Damit hat München nun die nationale Auswahl für sich entschieden. Als deutscher Kandidat muss sich die Stadt im nächsten Schritt im internationalen Wettbewerb behaupten und dem Internationalen Olympischen Komitee weitere Pläne und finanzielle Garantien vorlegen.
Deutschland bewirbt sich mit München um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044. Wann Deutschland tatsächlich zum Zug kommen könnte, ist offen.
Nach den aktuellen Planungen soll das Internationale Olympische Komitee 2029 über die Vergabe der Sommerspiele 2036 entscheiden. München tritt dabei in einen internationalen Wettbewerb ein. Auch mehrere andere Städte und Regionen beschäftigen sich mit Olympia-Plänen.
Sollte München am Ende den Zuschlag erhalten, würden die Olympischen Spiele nach Jahrzehnten wieder nach Deutschland und Bayern zurückkehren. Regensburg hat dabei zumindest historische Olympia-Erfahrung: 1972 rollte im alten Jahnstadion bereits der olympische Fußball.
dpa / MH