Mi., 29.04.2026 , 15:01 Uhr

Oberpfalz: Polizeipräsidium warnt vor neuer Betrugsmasche „Russische Callcenter“

Offenbar werden derzeit gezielt russischsprachige Bürgerinnen und Bürger in der Region angerufen - mit einer Variante einer altbekannten Betrugsmasche.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer neuen Variante des Callcenter-Betrugs. Bei der Masche „Russische Callcenter“ sprechen die Täter gezielt russischsprachige Bürger auf Russisch an. Mit der vertrauten Sprache erschleichen sie sich Vertrauen und drängen ihre Opfer zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen.

Unter Vortäuschen der klassischen „Unfalllegende“ treten die Täter laut Polizei überwiegend als falsche Polizeibeamte auf.

Deutschlandweit wurden bereits zuvor Fälle registriert – In der Oberpfalz kam es am Montag (27. April 2026) erstmals zu mehreren vollendeten Taten in Regensburg und Amberg.

Fall in Regensburg: Hoher fünfstelliger Betrag erbeutet

Am Montagnachmittag (27.04.2026) rief ein falscher Polizist bei einer russischsprachigen Seniorin in der Friedrich-Ebert-Straße in Regensburg an. Er behauptete, die Tochter und der Schwiegersohn seien in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt worden. Für eine angebliche Kaution müsse sofort Geld bezahlt werden.

Das gesamte Gespräch wurde auf Russisch geführt. Ein Abholer erschien dreimal an der Wohnung der Seniorin und erhielt insgesamt einen hohen fünfstelligen Bargeldbetrag.

Der Tatverdächtige wird wie folgt beschrieben:

Erst rund eine Stunde nach der letzten Übergabe bemerkte die Tochter den Betrug und verständigte die Polizei.

Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg ermittelt und bittet um Hinweise. Wer am 27. April zwischen 17:30 Uhr und 19:00 Uhr im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße verdächtige Beobachtungen gemacht hat, soll sich unter 0941/506-2888 melden.

Weiterer Fall in Regensburg: Wieder Senioren betroffen

Am selben Tag kam es gegen 13:30 Uhr in der Prüfeninger Straße zu einem weiteren erfolgreichen Betrug. Ein unbekannter Täter rief ein ukrainisch-deutsches Ehepaar im Alter von 89 und 84 Jahren an – ebenfalls auf Russisch.

Mit der bekannten Schockanruf-Masche forderte er Bargeld. Es kam zur Übergabe einer niedrigen vierstelligen Summe.

Die Kriminalpolizei prüft, ob ein Zusammenhang mit dem ersten Fall besteht. Auch hier werden Zeugen gesucht.

Dritter Fall in Amberg: Mittlerer vierstelliger Betrag übergeben

Auch in Amberg schlugen die Täter zu. Zwischen 16:00 Uhr und 21:30 Uhr erhielt eine 68-jährige Deutsche mit kasachischen Wurzeln einen Anruf auf Russisch. Unter dem Vorwand einer notwendigen Kaution übergab sie einen mittleren vierstelligen Bargeldbetrag.

Erst kurz nach der Geldübergabe erkannte ihre Tochter den Betrug und informierte die Polizei.

Der Abholer in Amberg wird wie folgt beschrieben:

Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg bittet um Hinweise. Wer am Montag, 27. April, zwischen 16:00 Uhr und 21:35 Uhr im Bereich Schlachthausstraße / Florianstraße / Amselweg / Lerchenstraße verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, soll sich unter 09621/890-0 melden.

Ein möglicher Zusammenhang zwischen allen drei Fällen wird geprüft. Die Ermittler in Regensburg und Amberg stehen in engem Austausch.

Polizei warnt vor „Russischen Callcentern“

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser Betrugsmasche. Die Täter geben sich als Polizisten aus, sprechen gezielt Russisch und setzen ihre Opfer massiv unter Druck.

Wichtige Tipps der Polizei:

Die Polizei betont: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberpfalz / MF

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