Fr., 24.07.2015 , 14:43 Uhr

Oberpfalz: Dramatischer Anstieg der Asylbewerberzahlen

Eine aktuelle Pressemitteilung der Regierung der Oberpfalz beschreibt die derzeit dramatischen Verhältnisse in der Oberpfalz: Innerhalb von nur zwei Tagen sind 421 Asylsuchende in den Regierungsbezirk gekommen:

Nachdem die Aufnahmekapazitäten sowohl in der vorläufigen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Pionierkaserne in Regensburg als auch in den Notfall-Dependancen in den Landkreisen Neumarkt i.d.OPf. und Regensburg gestern Abend (23.07.2015) erschöpft waren, musste die Regierung der Oberpfalz die Polizei einstweilig darum bitten, der vorläufigen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Pionierkaserne in Regensburg keine Asylbewerber mehr zuzuleiten. Diese Maßnahme konnte zwischenzeitlich wieder aufgehoben werden.

Hintergrund dieser Maßnahme sind die extrem hohen Zugangszahlen: den Freistaat Bayern erreichen derzeit täglich 1.000 bis 1.400 Asylbewerber; alleine in der Oberpfalz waren in den letzten beiden Tagen 421 Zugänge zu verzeichnen. In der vorläufigen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Pionierkaserne in Regensburg einschließlich ihrer Dependancen in den Landkreisen Neumarkt i.d.OPf. und Regensburg befinden sich derzeit über 1.100 Asylbewerber.

Im Rahmen des Notfallplans wurde der Landrat des Landkreises Tirschenreuth, Wolfgang Lippert, bereits vorsorglich am Mittwoch, 22.07.2015, verständigt. Der Landkreis Tirschenreuth nimmt heute am späten Nachmittag rund 100 Asylbewerber auf. Der Oberbürgermeister der Stadt Weiden i.d.OPf., Kurt Seggewiß, hatte gestern Abend zugesagt, dass Weiden spätestens ab Montag aufnahmebereit sei. Der Landrat des Landkreises Cham, Franz Löffler, bereitet sich auf eine Übernahme von bis zu 200 Asylbewerbern ab Dienstag, 28.07.2015, im Landkreis Cham vor.

Durch die Ertüchtigung einer ehemaligen Turnhalle auf dem Gelände erhöht sich die Kapazität der vorläufigen Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Pionierkaserne ab Freitag, 31.07.2015, zusätzlich um rund 100 weitere Plätze.

Angesichts der dramatischen Entwicklung der Zugangszahlen wurden nochmals alle Landkreise und kreisfreien Gemeinden vorgewarnt, dass die Regierung der Oberpfalz den vereinbarten Notfallplan nunmehr in den nächsten Tagen sukzessive aktivieren wird. Die Regierung wird die Notfallkapazitäten entsprechend des Zulaufs abrufen und die gemeldeten Einheiten ggf. in kurzer Abfolge in Anspruch nehmen müssen. Dies gilt insbesondere auch für die Kreisverwaltungsbehörden, welche bisher nicht mit einer zeitnahen Aktivierung ihrer Notfallkapazitäten gerechnet haben.

Die Aktivierung erfolgt durch die Regierung der Oberpfalz mit einer Vorlaufzeit von ggf. nur 48 Stunden. Diese Maßnahme ist unter anderem auch deswegen notwendig, weil für eine Anschlussunterbringung in der Oberpfalz derzeit nahezu sämtliche Kapazitäten erschöpft sind. An die Landkreise und kreisfreien Gemeinden erging erneut die dringende Aufforderung, hier Reserven umgehend der Regierungsaufnahmestelle zu melden.

Pressemitteilung/MF

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Oberpfalz: Illegale Müllexporte – Staatsanwaltschaft erhebt Anklage Wegen mutmaßlich illegaler Müllexporte hat die Staatsanwaltschaft Weiden Anklage gegen den Chef einer Oberpfälzer Entsorgungsfirma und einen Mitarbeiter erhoben. Den beiden Männern wird vorgeworfen, zum Teil gefährliche Abfälle ohne Genehmigung in Tschechien und Polen entsorgt zu haben. Zuvor hatte das „Straubinger Tagblatt“ berichtet. Illegale Müllentsorgung in über 30 Fällen Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollen die 14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 09.02.2026 München: diese Themen standen beim Treffen mit Babiš im Fokus  Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Pragmatischer Einstieg in die Gespräche Löffler betonte als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit den konstruktiven Beginn des Austauschs. „Wir konnten sofort bei den Alltagsthemen unserer gemeinsamen Grenzregion ansetzen.“ Der Dialog sei von Beginn an lösungsorientiert gewesen. Auch Hopp unterstrich die Bedeutung des frühen 05.02.2026 Bayern: Jagdgesetz im Landtag – Opposition übt scharfe Kritik Während die Staatsregierung von einem zukunftsfähigen Gesetz spricht, kommt aus der Opposition deutliche Kritik. Heftige Debatte im Parlament Nach einem langen Dauerstreit innerhalb der Koalition hat die Staatsregierung ihren Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in den Landtag eingebracht. In der ersten Debatte hagelte es Kritik von Grünen und SPD. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte das Vorhaben