Fr., 31.07.2026 , 10:38 Uhr

Nürnberg/Regensburg: Fünf Monate Baustelle vorbei – ab 1. August rollen wieder alle Züge

Ab morgen fahren die Züge wieder!

Nach fünf Monaten Bauzeit ist die umfassend sanierte Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg wieder in Betrieb. Ab Freitag, 1. August, verkehren zum Betriebsbeginn wieder alle Züge auf der rund 88 Kilometer langen Strecke. Bereits seit Montag fahren die S-Bahnen zwischen Nürnberg und Neumarkt (Oberpfalz), seit Donnerstag nutzen auch die ersten Güterzüge die modernisierte Verbindung.

Umfangreiche Modernisierung der Strecke

Seit Februar haben täglich bis zu 2.000 Mitarbeitende die stark beanspruchte und überalterte Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg umfassend erneuert. Während der Bauarbeiten sorgten Ersatzbusse für den Regionalverkehr, Fern- und Güterzüge wurden über Ausweichstrecken geleitet.

Im Rahmen der Arbeiten wurden unter anderem:

Während der Bauarbeiten wurden zusätzliche Sanierungsbedarfe erkannt und direkt in das Bauprogramm aufgenommen.

Wiedereröffnung später als geplant

Die Wiederinbetriebnahme war ursprünglich bereits für den 10. Juli 2026 vorgesehen. Wegen längerer sicherheitstechnischer Prüfungen der neuen Stellwerkstechnik musste die Freigabe jedoch verschoben werden.

DB-InfraGO-Vorstandschef Philipp Nagl erklärte: „Wir nehmen heute eine umfassend modernisierte Strecke in Betrieb – und wir tun das mit einer Kostenprognose, die um einen dreistelligen Millionenbetrag niedriger ausfällt als ursprünglich erwartet. Das ist eine gute Nachricht. Gleichzeitig bedauern wir ausdrücklich, dass sich die Inbetriebnahme verzögert hat. Gerade bei Zeitplänen müssen wir künftig noch verlässlicher werden. Daran arbeiten wir mit aller Konsequenz. Mein besonderer Dank gilt den vielen Mitarbeitenden und Partnerunternehmen, die dieses enorme Bauprogramm möglich gemacht haben, sowie den Fahrgästen und Anwohnenden für ihre Geduld und ihr Verständnis.“

Auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Ulrich Lange, betonte: „Nach 25 Wochen Bauarbeiten ohne regulären Bahnbetrieb freut es mich, dass der Verkehr auf dieser auch für den internationalen Schienengüterverkehr bedeutenden Strecke wieder aufgenommen werden kann. Die auch bei dieser Korridorsanierung aufgetretenen zeitlichen Verzögerungen stellen für die Reisenden und insbesondere die Güterverkehrsunternehmen eine große Belastung dar. Da muss die DB InfraGO AG besser werden. Das Bundesministerium für Verkehr und die DB InfraGO AG sind daher bereits im Austausch, damit solche Probleme bei zukünftigen Korridorsanierungen möglichst nicht mehr auftreten.“

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sagte: „Die grunderneuerte Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg ist ein wichtiger Schritt für eine leistungsfähigere Schieneninfrastruktur in Bayern. Umso bedauerlicher ist es, dass sich die Wiederinbetriebnahme verzögert hat. Ich hoffe, dass die Deutsche Bahn die gewonnenen Erkenntnisse für die kommenden Korridorsanierungen nutzen wird. Entscheidend ist, dass Fahrgäste und Güterverkehr langfristig von einer modernen und zuverlässigen Infrastruktur profitieren.“

Positive Bilanz für Ersatzverkehr

Nach Angaben der DB InfraGO verlief das Verkehrskonzept während der Sperrung erfolgreich. Im Regionalverkehr kamen mehr als 90 Ersatzbusse zum Einsatz. Die Pünktlichkeitsquote lag bei rund 96 Prozent.

Auch der Güterverkehr konnte über Umleitungsstrecken weitgehend stabil abgewickelt werden. Zudem wurden trotz Streckensperrung rund 400 Bedienfahrten zu Unternehmen mit Gleisanschluss durchgeführt.

Weitere Arbeiten geplant

Mit der Wiederaufnahme des Zugverkehrs sind die Arbeiten an der Strecke noch nicht vollständig abgeschlossen. In den kommenden Monaten folgen unter anderem der Rückbau der Baustelleneinrichtungen, Arbeiten an Wegen sowie die Sanierung der Außenfassade des Bahnhofs Neumarkt. Außerdem sind drei zusätzliche Überholgleise, unter anderem in Parsberg, geplant. Bis 2030 soll die Strecke zudem für das europäische Zugsicherungssystem ETCS vorbereitet werden.

Die Bahnstrecke Nürnberg – Regensburg ist mit täglich mehr als 350 Zügen eine der wichtigsten Schienenverbindungen Bayerns. Sie ist Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein–Donau und die erste von insgesamt sieben Korridorsanierungen im Freistaat.

Pressemitteilung Deutsche Bahn / MF

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