Über eine Dating-Plattform lernte sie einen Mann kennen, der vorgab, Arzt zu sein. Nachdem der Unbekannte über längere Zeit ihr Vertrauen gewonnen hatte, täuschte er eine persönliche Notlage vor. Die Frau überwies daraufhin mehrfach Geld ins Ausland. Insgesamt entstand ein Schaden im mittleren fünfstelligen Eurobereich.
Der Kontakt zwischen der Frau und dem bislang unbekannten Mann entstand über eine Dating-Plattform. Später wechselten die beiden für ihre Kommunikation zu einem Messenger-Dienst. Über einige Zeit baute der Mann ein Vertrauensverhältnis zu der 73-Jährigen auf. Dabei gab er sich als Arzt aus. Schließlich berichtete der vermeintliche Arzt von einer persönlichen Notlage und bat die Frau um finanzielle Unterstützung.
Die 73-Jährige glaubte, dem Mann helfen zu können. Innerhalb des vergangenen Monats überwies sie deshalb mehrfach Geld auf verschiedene Konten im Ausland. Durch den Lovescamming-Betrug verlor die Frau einen Betrag im mittleren fünfstelligen Eurobereich.
Beim sogenannten Lovescamming bauen Betrüger über Dating-Plattformen oder soziale Netzwerke gezielt emotionale Beziehungen zu ihren Opfern auf. Anschließend fordern sie unter verschiedenen Vorwänden Geld. Als Gründe werden beispielsweise angebliche Notlagen, Krankheiten, Reiseprobleme oder finanzielle Schwierigkeiten genannt.
Die Polizei rät dazu, misstrauisch zu werden, wenn eine reine Internetbekanntschaft schon nach kurzer Zeit um Geld bittet. Geld sollte nicht an Personen überwiesen werden, die man ausschließlich aus dem Internet kennt.
Auch bei emotionalen Geschichten und angeblichen Notlagen ist Vorsicht geboten. Verdächtig kann es zudem sein, wenn ein Kontakt persönliche Treffen immer wieder absagt. Bilder und Angaben der Internetbekanntschaft sollten überprüft werden, da Betrüger häufig fremde Fotos und erfundene Identitäten verwenden.
Wer Zweifel hat, sollte mit Familienangehörigen oder Freunden über die Bekanntschaft sprechen. Bei einem Betrugsverdacht empfiehlt die Polizei, den Kontakt abzubrechen und Chatverläufe, Bilder, E-Mails sowie Zahlungsbelege zu sichern.
Wurde bereits Geld überwiesen, sollten Betroffene umgehend ihre Bank informieren und Anzeige bei der Polizei erstatten. Je schneller reagiert wird, desto größer kann die Chance sein, eine Zahlung noch zu stoppen.
PM PP Oberpfalz / KH