Nach drei Jahren endet das deutsch-tschechische Projekt „Handwerkshelden – Karriereperspektiven im Handwerk“ der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz und der Südböhmischen Wirtschaftskammer. Ziel war es, berufliche Perspektiven im Handwerk zu vermitteln und zugleich den interkulturellen Austausch in der Grenzregion zu stärken.
Insgesamt fanden sechs Schüleraustausche, mehrere Handwerkswettbewerbe sowie drei entwickelte Online-Spiele statt. Finanziert wurde das Projekt über das Programm INTERREG Bayern–Tschechien 2021–2027.
Zum Abschluss trafen sich 31 Schülerinnen und Schüler aus den Regionen Passau und Südböhmen zu einem viertägigen Austausch. Beteiligt waren die Grundschule Třeboň, die Grundschule Krumau, die Mittelschule Hauzenberg sowie die staatliche Realschule Freyung.
Die Siebt- und Achtklässler lernten verschiedene Handwerksberufe kennen und erhielten praktische Einblicke. In Workshops probierten sie sich unter anderem im Backen und Drahtbinden, lernten die Berufe Elektroniker und Goldschmied kennen und übten neue Techniken ein.
Auf dem Programm standen außerdem der Besuch einer Fischereischule sowie des Polsterer-Unternehmens NEUK in Vlachovo Březí. Am letzten Tag ging es zur Textilfirma VAVI in Vimperk, wo die Jugendlichen eigene Jutetaschen gestalteten.
Die feierliche Abschlussveranstaltung fand im Gymnasium Prachatice statt. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler ihre Teilnahmezertifikate. Auch der stellvertretende Bürgermeister Jan Kotrba nahm an der Veranstaltung teil. Mit der Übergabe endete offiziell das dreijährige Projekt, das die Region zwischen Südböhmen und Ostbayern zu einem gemeinsamen Lernort machte.
Seit dem Start im Jahr 2023 entwickelte sich „Handwerkshelden“ zu einer festen Größe in der grenzüberschreitenden Berufsorientierung.
„Wir haben in dieser Zeit sehr viel gelernt und erlebt. Das Projekt hat sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für uns als Verantwortliche in der Berufsbildung einen enormen Mehrwert geschaffen, von dem wir alle noch sehr lange profitieren werden“, so Christian Kaiser, stellvertretender Bereichsleiter Berufsbildung bei der Handwerkskammer.
Mit dem Ende von „Handwerkshelden“ beginnt bereits das nächste Kapitel der Zusammenarbeit. Im April startet das neue Projekt „Steam up“, ebenfalls gefördert durch INTERREG Bayern–Tschechien 2021–2027.
Das Projekt richtet sich an tschechische und deutsche Auszubildende. Geplant ist unter anderem ein gemeinsames Bauprojekt: Lehrlinge aus dem Bau- und Ausbaugewerbe errichten zusammen eine überdachte Außenküche.
Ziel ist es, berufsübergreifende Kompetenzen zu stärken. Die Auszubildenden sollen lernen, wie unterschiedliche Gewerke zusammenarbeiten und wie Planungs- und Fertigungsprozesse ineinandergreifen. Auch hier steht der interkulturelle Austausch im Grenzraum im Mittelpunkt.
PM Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz / FH