Hohe Abfindungen und zusätzliche Leistungen
Die Höhe der Abfindungen richtet sich nach dem Alter der Beschäftigten und der Dauer ihrer Betriebszugehörigkeit. Weitere Zuschläge erhalten Beschäftigte mit Kindern sowie Menschen mit Schwerbehinderung oder Gleichstellung.
Für Mitglieder der IG Metall wurde zudem ein zusätzlicher Bonus vereinbart. Vor allem langjährige Gewerkschaftsmitglieder profitieren dadurch von höheren Abfindungen. Darüber hinaus wurden ein Härtefallfonds und eine Transfergesellschaft beschlossen, um die Folgen der Werksschließung abzufedern.
Einigung nach intensiven Verhandlungen
Die Verhandlungen zwischen Mahle und der IG Metall galten als schwierig und zogen sich über mehrere Wochen hin. Erst nach dem viertägigen Erzwingungsstreik konnte eine Einigung erzielt werden.
Nach Angaben der Gewerkschaft waren die hohe Beteiligung der Beschäftigten und der anhaltende Druck durch den Streik entscheidend für das Verhandlungsergebnis.
Streik läuft vorerst weiter
Trotz der erzielten Einigung wird der Streik zunächst fortgesetzt. Die Mitglieder der IG Metall sollen am Montag, 1. Juni 2026, in einer zweiten Urabstimmung über die Annahme des Ergebnisses entscheiden.
Für die Zustimmung zum Verhandlungsergebnis ist eine Mehrheit von mindestens 25 Prozent erforderlich. Erst danach kann der Erzwingungsstreik offiziell beendet werden.
Werksschließung für 2027 geplant
Bereits im Februar hatte Mahle den gemeinsamen Zukunftsprozess mit der IG Metall und dem Betriebsrat beendet. In den darauffolgenden Monaten kam es zu mehreren Warnstreiks und einem 24-Stunden-Warnstreik. Die Gespräche über Zukunftsperspektiven für das Werk blieben jedoch ohne Ergebnis.
Am 12. Mai kündigte das Unternehmen schließlich die Schließung des Werks in Neustadt an der Donau zum ersten Quartal 2027 an. Die Produktion soll nach Angaben der Gewerkschaft in die Slowakei verlagert werden.
Mehr als 400 Beschäftigte betroffen
Am Standort Neustadt an der Donau arbeiten derzeit mehr als 400 Beschäftigte. Produziert werden Klimaanlagen für Fahrzeuge verschiedener Antriebsarten. Zu den Kunden zählen unter anderem BMW, Porsche, Volvo und Jaguar Land Rover. Die geplante Werksschließung wird damit weitreichende Folgen für die Beschäftigten und die Region haben.