Di., 26.05.2026 , 18:52 Uhr

Neustadt an der Donau: Mahle-Beschäftigte treten in unbefristeten Streik

Der Stuttgarter Autozulieferer Mahle will sein Werk im niederbayerischen Neustadt an der Donau schließen. Nach einer Streik-Urabstimmung machen die Mitarbeiter ernst: Nun steht der Betrieb still.

Beim Autozulieferer Mahle am Standort im niederbayerischen Neustadt an der Donau sind die Beschäftigten in einen unbefristeten Streik getreten. Zum Auftakt gab es eine Kundgebung vor dem Werksgelände. Laut IG Metall ist die Produktion dort vollständig zum Erliegen gekommen.
«Die Beschäftigten sind entschlossen, mit aller Kraft für ihre Arbeitsplätze und den Erhalt des Standorts zu kämpfen», hieß es.
Mit 98,4 Prozent Zustimmung hatten sich die IG-Metall-Mitglieder unter den rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vergangene Woche in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Mahle wollte dies nicht kommentieren.Das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart, das Klimaanlagen für Autos herstellt, hatte kürzlich angekündigt, den Standort im ersten Halbjahr 2027 schließen zu wollen. Die Gewerkschaft fordert für die Belegschaft einen Zukunftstarifvertrag oder einen Sozialtarifvertrag.

 

Bisherige Verhandlungen ergebnislos

«Die Beschäftigten werden den Betrieb so lange stilllegen, bis sich das Unternehmen endlich bewegt», erklärte Rico Irmischer, Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Zuvor hatte es bereits mehrere Warnstreiks und einen 24-Stunden-Streik gegeben. Vergangenen Freitag sei auch die vierte, auf Initiative der IG Metall zustande gekommene Verhandlungsrunde ergebnislos geblieben.

Die Gewerkschaft betonte, weiterhin gesprächsbereit zu sein. «Eine Lösung ist nach wie vor möglich. Für Verhandlungen zum Erhalt der Arbeitsplätze stehen unsere Türen jederzeit offen», sagte Irmischer. «Doch bis zu einer Lösung bleiben die Werkstore dicht.»

Unternehmen: Wirtschaftlicher Weiterbetrieb unmöglich

Das Unternehmen Mahle begründet die angekündigte Werksschließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, der schlechten Autokonjunktur und gestiegenem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa. «Das macht einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich», hieß es jüngst in einer Mitteilung.

Die IG Metall hingegen wirft dem Unternehmen vor, einen profitablen Standort schließen und in die Slowakei verlagern zu wollen.

 

dpa

 

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