Di., 02.06.2026 , 15:56 Uhr

Neustadt an der Donau: IG Metall-Mitglieder bei Mahle stimmen Sozialtarifvertrag zu

Die IG Metall-Mitglieder bei Mahle in Neustadt an der Donau haben in einer Urabstimmung mit deutlicher Mehrheit dem ausgehandelten Sozialtarifvertrag zugestimmt. Gleichzeitig beschlossen sie die Beendigung des Streiks.

Der Tarifvertrag war am vergangenen Freitag zwischen IG Metall und dem Arbeitgeber vereinbart worden. Er ist das Ergebnis eines achttägigen Erzwingungsstreiks.

Deutlich bessere Abfindungen durchgesetzt

Im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen des Unternehmens konnte die IG Metall nach eigenen Angaben ein Vielfaches an finanzieller Absicherung erreichen.

Der Sozialtarifvertrag umfasst verbesserte Abfindungsregelungen mit altersabhängigen Faktoren, garantierten Mindestbeträgen und einer Deckelung bei 250.000 Euro. Zusätzliche Zahlungen sind für Beschäftigte mit unterhaltspflichtigen Kindern sowie für schwerbehinderte und gleichgestellte Beschäftigte vorgesehen.

3,25 Millionen Euro Mitgliederbonus

Ein zentraler Bestandteil der Einigung ist ein Mitgliederbonus von insgesamt 3,25 Millionen Euro für IG Metall-Mitglieder. Die Auszahlung richtet sich nach der Dauer der Mitgliedschaft. Besonders langjährige Mitglieder profitieren dadurch von deutlich höheren Abfindungen.

Transfergesellschaft und 80 Prozent vom Netto

Darüber hinaus wurden ein Härtefallfonds sowie eine Transfergesellschaft mit Rechtsanspruch vereinbart.

Das Transferkurzarbeitergeld wird auf 80 Prozent des letzten Nettoentgelts aufgestockt. Alternativ zur Abfindung ermöglicht der Tarifvertrag einen gleitenden Übergang in die Rente ab dem 60. Lebensjahr mit finanziellem Ausgleich.

Kritik an der Standortschließung

Die IG Metall bewertet die geplante Schließung des Standorts in Neustadt an der Donau weiterhin als falsch. Zwar sei die Schließung nicht verhindert worden, durch den Streik und die Verhandlungen sei jedoch eine umfangreiche finanzielle Absicherung für die Beschäftigten erreicht worden.

Gleichzeitig wird das Vorgehen des Unternehmens deutlich kritisiert. Die Entscheidung zur Schließung eines wirtschaftlich erfolgreichen Standorts werde als schwerer Einschnitt für die Beschäftigten und den Industriestandort gewertet.

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