Fr., 22.05.2026 , 09:17 Uhr

Neustadt a.d. Donau: Mahle-Beschäftigte stimmen für unbefristeten Streik ab Dienstag

Der Autozulieferer Mahle will sein Werk in Neustadt an der Donau schließen. Jetzt haben die Mitarbeiter abgestimmt: Ab Dienstag soll der Betrieb still stehen.

Ohne Gegenstimme

In einer Urabstimmung haben die Beschäftigten des Autozulieferers Mahle im niederbayerischen Neustadt an der Donau für einen unbefristeten Streik gestimmt. 98,4 Prozent der stimmberechtigten IG-Metall-Mitglieder votierten dafür, wie ein Gewerkschaftssprecher am Abend mitteilte. Es habe keine Nein-Stimme gegeben.

 

Beginn am Dienstagnachmittag mit Kundgebung

Der Streik soll am Dienstag (26. Mai) um 14.15 Uhr mit einer Kundgebung beginnen. Mahle wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.

Der Streik ist eine Reaktion auf die angekündigte Schließung des Standorts in Neustadt an der Donau im ersten Halbjahr 2027. Dort arbeiten den Angaben nach mehr als 400 Beschäftigte. Für diese fordert die Gewerkschaft einen Zukunftstarifvertrag oder einen Sozialtarifvertrag.

Die Schließung will die IG Metall nicht akzeptieren, sondern für die Arbeitsplätze kämpfen.

«Dafür werden wir den Betrieb ab Dienstag dauerhaft zum Stillstand bringen»,

sagte Rico Irmischer, Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Er sprach nach der Urabstimmung von einem grandiosen Ergebnis, das den Zusammenhalt und die Entschlossenheit der Beschäftigten unterstreiche und für starken Rückenwind im Arbeitskampf sorge.

 

Unternehmen: Wirtschaftlicher Weiterbetrieb unmöglich

In dem seit 1987 bestehenden Werk werden Firmenangaben zufolge hauptsächlich Klimaanlagen für Premium-Pkw produziert. Das Stuttgarter Unternehmen verteidigt die angekündigte Werksschließung mit auslaufenden Kundenaufträgen, der schlechten Autokonjunktur und gestiegenem Kostendruck durch asiatische Wettbewerber in Europa.

«Das macht einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich»,

hieß es jüngst in einer Mitteilung.

Die IG Metall hingegen wirft dem Unternehmen vor, einen profitablen Standort schließen und in die Slowakei verlagern zu wollen.

 

Wirtschaftsminister vor Ort

Der Gewerkschaft zufolge besuchte am Nachmittag auch der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) den Neustädter Standort für einen Austausch mit Geschäftsführung, Betriebsrat und IG Metall.

 

dpa/JM

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