Do., 31.01.2013 , 12:12 Uhr

Neumarkt: Tödlicher Streit - Opferfamilie erhebt Vorwürfe gegen die Polizei

Nach dem tödlichen Familienstreit in Neumarkt erheben die Angehörigen der Opfer Vorwürfe gegen die Polizei. Sie habe die Tat verhindern können – die Beamten hätten gewusst, wie gefährlich der Schwiegersohn sei. Der 43-Jährige gilt aber nicht unbedingt als Täter.

Nach dem tödlichen Streit in Neumarkt in der Oberpfalz hat die Familie der Opfer schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Den Beamten sei die Gefährlichkeit des 43-jährigen Schwiegersohns bekanntgewesen, sagte der Sohn und Bruder der beiden Todesopfer laut Medienberichten. Demnach habe der Mann die Familie nach der Trennung von seiner Frau mehrfach bedroht, die Beamten hätten aber nichts für deren Schutz getan.

Am Dienstag waren die Leichen von einem 65-Jährigen und dessen 26 Jahre alten Sohn gefunden worden. Der 43 Jahre alte Schwiegersohn und Schwager der Opfer wurde schwer verletzt.

«Wir respektieren die Emotionen der Familie, aber wir müssen den Fall akribisch aufklären», sagte Polizeisprecher Michael Rebele am Donnerstag. Er könne nicht bestätigen, dass der 43-Jährige der Täter sei.

Die Polizei habe von den Bedrohungen gewusst, betonte Rebele. «Aber wir können einen Menschen nicht einfach einsperren, der mündliche Drohungen ausspricht.» Der 43-Jährige sollte am Donnerstag vernommen werden. Danach wollte die Polizei Details bekanntgeben.

Die Obduktion der Leichen ergab, dass Vater und Sohn durch mehrere Stiche in den Oberkörper getötet worden waren. Bei dem verletzten 43-Jährigen stellten die Mediziner Schnittverletzungen am Kopf fest. Was genau sich zwischen den Dreien abgespielt hat, ist noch unklar. Sicher ist lediglich, dass niemand sonst beteiligt war.

Als sicher gilt auch, dass der 43-Jährige psychisch labil war. Er hatte bereits am Montag bei der Polizei angerufen und gedroht, sich von einem Felsen zu stürzen. Eine speziell ausgebildete Verhandlungsgruppe hatte den Mann gerettet und auf eigenen Wunsch in eine Klinik zur stationären therapeutischen Behandlung gebracht. Am Dienstag verließ er die Klinik jedoch. Nur Stunden später war es dann zu der Bluttat gekommen.

 

dpa 30.01.2013

 

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