Do., 09.07.2026 , 15:26 Uhr

Neumarkt i.d.OPf.: Falsche Polizisten und Schockanrufe – Betrüger schlagen wieder zu

Callcenter-Betrüger setzen gezielt Senioren unter Druck - die Polizei schlägt Alarm. Insbesondere für den Raum Neumarkt

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt vor einer aktuellen Welle von Callcenter-Betrügern im Raum Neumarkt i.d.OPf.. Seit dem frühen Nachmittag gehen vermehrt Meldungen über betrügerische Telefonanrufe ein. Die Täter versuchen mit unterschiedlichen Maschen, an Bargeld oder Wertgegenstände ihrer Opfer zu gelangen.

Mehrere Betrugsmaschen im Einsatz

Die Anrufer geben sich häufig als Familienangehörige, Polizisten, Staatsanwälte oder andere Amtspersonen aus. Mit erfundenen Geschichten und großem emotionalem Druck sollen die Angerufenen dazu gebracht werden, Geld oder Wertsachen zu übergeben. Besonders ältere Menschen werden dabei gezielt ausgesucht.

Falsche Polizeibeamte

Bei dieser Masche behaupten die Betrüger, dass in der Nachbarschaft Einbrecher festgenommen wurden. Angeblich sei dabei eine Liste mit den Personalien der Angerufenen gefunden worden. Um die Wertsachen vor einem angeblichen Einbruch zu schützen, sollen diese an vermeintliche Polizeibeamte übergeben werden.

Schockanruf

Zunächst meldet sich eine angeblich verzweifelte Angehörige oder ein Angehöriger. Anschließend übernimmt ein vermeintlicher Polizist oder Staatsanwalt das Gespräch und erklärt, ein Sohn oder eine Tochter habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Haft zu verhindern, werde eine hohe Geldsumme als „Kaution“ verlangt.

Arztmasche

Hier geben sich die Täter als Ärzte oder Klinikmitarbeiter aus. Sie behaupten, ein naher Angehöriger benötige dringend eine lebensrettende Behandlung, die sofort bezahlt werden müsse. Das Geld solle überwiesen oder persönlich übergeben werden.

Russischsprachige Callcenter

Aktuell kommen auch sogenannte „Russische Callcenter“ zum Einsatz. Die Gespräche werden vollständig auf Russisch geführt und richten sich gezielt an russischsprachige Menschen. Inhaltlich nutzen die Täter ebenfalls die bekannten Schockanruf- oder Enkeltrick-Maschen und treten häufig als falsche Polizeibeamte auf.

Polizei gibt Verhaltenstipps

Das Polizeipräsidium Oberpfalz rät dringend, bei solchen Anrufen sofort aufzulegen. Die Polizei fordert niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände. Wer Zweifel hat, sollte selbst die 110 wählen und sich bei der Polizei erkundigen.

Außerdem empfiehlt die Polizei, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte zu übergeben und nicht über die angezeigte Telefonnummer zurückzurufen. Hintergrund ist das sogenannte Call-ID-Spoofing, bei dem Betrüger falsche Telefonnummern anzeigen lassen. Die 110 erscheint bei echten Polizeianrufen niemals im Display.

Zusätzlich rät die Polizei, innerhalb der Familie ein persönliches Codewort zu vereinbaren, um echte Notfälle von Betrugsversuchen unterscheiden zu können. Außerdem kann es sinnvoll sein, den Telefonbucheintrag löschen zu lassen oder zumindest Vornamen und Adresse daraus zu entfernen.

Besondere Vorsicht bei angeblichen Ärzten

Auch bei Anrufen vermeintlicher Ärzte oder Klinikmitarbeiter gilt: Ein Arzt verlangt niemals am Telefon Bargeld oder Wertgegenstände für eine Behandlung oder Medikamente. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte sofort auflegen und die offizielle Telefonnummer der Klinik oder Praxis selbst wählen. Im Zweifel empfiehlt die Polizei, die 110 zu verständigen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberpfalz / MF

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