Mo., 22.07.2019 , 08:50 Uhr

Neue Studien zu Gewalt bei den Regensburger Domspatzen

Zwei neue Studien sollen zur Aufarbeitung der Gewaltvorfälle bei den Regensburger Domspatzen beitragen. Vertreter der Universität Regensburg und der Kriminologischen Zentralstelle Wiesbaden stellen ihre Forschungsergebnisse am Montag (11.00 Uhr) vor. Die Arbeiten beleuchten nach Bistumsangaben das Thema aus historischer und sozialwissenschaftlicher Sicht. Sie decken den Zeitraum 1945 bis 1995 ab.

Zum Missbrauchsskandal in den Einrichtungen der Regensburger Domspatzen war im Jahr 2017 ein Abschlussbericht vorgelegt worden, demzufolge mindestens 547 Chorsänger Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden sind. Der Bericht gab dem früheren Domkapellmeister Georg Ratzinger, dem Bruder des emeritierten Papstes Benedikt XVI., eine Mitschuld. Kritik gab es auch am früheren Regensburger Bischof und Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

Vor allem in der Vorschule, aber auch im Gymnasium gab es dem Bericht nach zwischen 1945 und Anfang der 1990er Jahre Gewalt gegen Schüler. Die Fälle sind verjährt und somit strafrechtlich nicht mehr relevant. Von 49 Beschuldigten übten 45 körperliche und 9 sexuelle Gewalt aus. Die Dunkelziffer der Taten liegt Schätzungen zufolge höher.

Der mit der Aufklärung beauftragte Rechtsanwalt Ulrich Weber hatte damals von einer «Kultur des Schweigens» gesprochen. Der Schutz der Institution habe im Vordergrund gestanden. Dem damaligen Chorleiter Ratzinger seien «sein Wegschauen, fehlendes Einschreiten trotz Kenntnis vorzuwerfen». Kardinal Müller hatte als Regensburger Bischof bei Bekanntwerden des Skandals 2010 eine Aufarbeitung in die Wege geleitet. Diese Aufarbeitung sei aber mit vielen Schwächen behaftet gewesen, etwa weil man nicht den Dialog mit den Opfern gesucht habe, heißt es im Bericht. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, forderte eine Entschuldigung von Müller.

dpa

 

Ein Teil unserer Berichterstattung zum Thema:

dpa/MF

Das könnte Dich auch interessieren

14.03.2026 Regensburg/Graz: Albert von Thurn und Taxis nach Rallye-Unfall aus Krankenhaus entlassen Albert Fürst von Thurn und Taxis hat einen schweren Unfall bei einer Motorsport-Rallye in Österreich überstanden. 14.03.2026 Barbing: Polizei rückt wegen verdächtiger Munition an Am 13.03.2026 wurden Beamte der Polizei Neutraubling zu einem ungewöhnlichen Einsatz nach Barbing gerufen. 14.03.2026 Schierling: LABERTALER Stephanie Mineralwasser erneut von der DLG ausgezeichnet Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft hat im Rahmen ihrer internationalen Qualitätsprüfung für Mineral-, Quell- und Tafelwasser erneut die herausragende Qualität von LABERTALER bestätigt: Das natrium- und kochsalzarme Stephanie Mineralwasser der LABERTALER Heil- und Mineralquellen Getränke Hausler GmbH aus Schierling wurde erneut mit der DLG-Goldmedaille ausgezeichnet. 13.03.2026 Regensburg: Bei körperlicher Auseinandersetzung schwer verletzt Am Mittwochabend, 11. März, kam es in der Parkanlage im Bereich des Keplerdenkmals in der Albertstraße nahe des Regensburger Bahnhofs zu einer körperlichen Auseinandersetzung.