Mo., 11.03.2024 , 12:56 Uhr

Neue Blockaden: Letzte Generation plant nächste Protestwelle

Als sogenannte Klimakleber haben Aktivisten der Letzten Generation vielerorts Autofahrer blockiert. Jetzt steigen sie auf eine andere Taktik um. Am Samstag ist auch eine Aktion in Regensburg geplant.

Nach der Abkehr von Klebe-Blockaden hat die Klimagruppe Letzte Generation für nächsten Samstag neue Proteste in zehn Städten angekündigt. Geplant seien «ungehorsame Versammlungen» in Berlin, Bremen, Köln, Leipzig, Karlsruhe, Freiburg, Stuttgart, Regensburg, München und auf Rügen, teilte die Gruppe am Montag mit.

Diese Aktionen sollen demnach mit Menschenmengen Gehwege und Straßen blockieren. Sie sollten «deutlich ungehorsamer» sein als angemeldete Demonstrationen, aber «absolut friedlich». Wie diese Versammlungen genau aussehen sollen und wie lange sie dauern, blieb offen.

Die Gruppe hatte vor gut zwei Jahren mit Straßenblockaden begonnen, um auf die Klimakrise hinzuweisen und Gegenmaßnahmen einzufordern. Dabei klebten sich Aktivisten meist auf der Fahrbahn fest, damit sie nicht einfach weggetragen werden konnten. Dazu kamen Proteste in Museen, Stadien, Ministerien. 550 Aktionen zählte allein die Polizei Berlin im vergangenen Jahr. Die Aktionen erregten viel Aufmerksamkeit, aber auch Unmut. Vielen Aktivisten wurde wegen Nötigung der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittelt wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung.

Ende Januar kündigte die Letzte Generation ein Ende der Klebe-Proteste an. Nun wandte sich die Gruppe in einer Pressekonferenz vor dem Schloss Bellevue mit einem Appell an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Dieser solle in einer Rede an die Nation auf die Klimakrise hinweisen und eine Debatte über Sofortmaßnahmen anstoßen, darunter der sofortige Ausstieg aus allen fossilen Energien wie Öl, Kohle und Gas. Steinmeier sei gefordert, «Ehrlichkeit in unsere demokratische Debatte zu bringen». In ihrer Erklärung fordert die Gruppe unter anderem eine Vermögenssteuer zur Finanzierung von Klimaschutz sowie «gerechte Rationierung, die dem Überkonsum der Reichen eine Grenze setzt».

Es sei Zeit, unbequeme Wahrheiten auszusprechen: «Manches, was heute selbstverständlich ist, muss ein Ende finden.» Genannt werden in der Erklärung Privatjets und Inlandsflüge sowie eine Verkleinerung der Flug-, Auto- und Chemieindustrie. Sollte nicht umgesteuert werden, sei ein «erneuter Faschismus in Deutschland möglich».

 

dpa

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