So., 15.01.2017 , 16:25 Uhr

NawaRo gewinnt gegen Neuwied

NawaRo zeigt zwei Gesichter und siegt am Ende 3:2 gegen Neuwied
Über 800 Fans erleben Comeback in der turmair Volleyballarena

Es war wieder einmal ein denkwürdiges Spiel in der turmair
Volleyballarena, über das sich die Fans von NawaRo Straubing wohl noch
einige Zeit austauschen werden. Das Spiel gegen den VC Neuwied hatte
(fast) alles zu bieten. Vor allem aber wieder einmal ein denkwürdiges
Comeback des Straubinger Teams, welches einen 0:2 Satzrückstand in
einen 3:2 Erfolg drehen konnte.

Der erste Aufreger hatte jedoch nichts mit dem Spiel selbst zu tun.
Beim Stand von 3:2 meldete sich die Brandmeldeanlage in der Arena zu
Wort und das Spiel wurde kurz unterbrochen, um zu prüfen, warum die
Anlage angesprungen war. Als klar war, dass es ein Fehlalarm war,
pfiff Schiedsrichter Rainer Heichel die Partie wieder an. Es
entwickelte sich ein heiß umkämpfter erster Satz, in dem sich am Ende
der VC Neuwied entscheidend absetzen konnte. Der Doppelwechsel mit
Lucia Kaiser für Kara Seidenstricker und Paige Penrod für Jordan
Drezet kam etwas zu spät, so dass NawaRo den Satz nicht mehr ganz
drehen konnte. Der erste Durchgang ging mit 23:25 an die Gäste.

Coach Andreas Urmann setzte auch in der Folgezeit auf seine zweite
Zuspielerin aus Kanada. Drezet fightete, hatte aber im zweiten Satz
noch nicht das Glück des tüchtigen. Auch die restliche Straubinger
Mannschaft fand nicht zu ihrem Spiel. ?In den ersten beiden Sätzen
haben wir nicht das gezeigt, was wir können?, erklärte Urmann nach dem
Spiel. Folgerichtig ging auch der zweite Satz an Neuwied (21:25) und
allen in der Arena war klar, dass es sehr schwer werden würde nach der
Pause.

Doch auch die Neuwieder Fans ihrerseits trauten dem Braten noch nicht.
Sie mussten mit ansehen, dass NawaRo deutlich stärker aus der Pause
kam und mit Danica Markovic ? sie wurde nach dem Spiel zur MVP gewählt
– eine Interimskapitänin auf dem Feld hatten, die aus fast jeder Lage
Punkte erzielen konnte. Angepeitscht von den erneut frenetisch
anfeuernden Fans in der turmair Volleyballarena setzte sich NawaRo
schnell ab. Am Ende des Durchgangs hatte Straubing acht Punkte
Vorsprung. Auch der vierte Satz war lange Zeit eine klare Sache für
die Gastgeberinnen (19:14). Am Ende kamen die Gäste noch einmal auf,
doch nicht mehr heran und der Tie-Break war erzwungen (25:22).

Im Entscheidungssatz lag NawaRo mit 3:5 zurück, als Straubings Coach
Andreas Urmann erneut den Doppelwechsel als taktisches Mittel
einsetzte. Er brachte Kara Seidenstricker als Angreiferin und Lucia
Kaiser als Zuspielerin zum Aufschlag. Seidenstricker überzeugte in der
Folgezeit durch cleveres Angriffsspiel. Mehrfach brachte sie clever
geschlagene Bälle im Abwehrzentrum der Gäste unter. NawaRo konnte sich
absetzen und hatte am Ende drei Matchbälle (14:11). Diese sollten
jedoch noch nicht reichen. Erst der vierte Matchball brachte nach 122
Spielminuten den Sieg für NawaRo. Nach einem langen umkämpften
Ballwechsel landete ein Angriff der aufopferungsvoll kämpfenden Gäste
knapp im Aus und der Jubel der Straubinger Fans kannte keine Grenzen
mehr (16:14).

Zwei Auswärtsspiele vor dem Spitzenspiel gegen Offenburg

Nach dem Spiel war Neuwieds Coach Milan Kocian sichtlich angefressen,
ob der Niederlage. Auf die Frage, wie sein Fazit zum Spiel ausfalle
erklärte er trocken: ?Wir haben verloren.? Wenig später fügte er aber
hinzu: ?Ich glaube wir haben heute hier ein gutes Spiel gesehen und
vor diesem Publikum zu spielen macht sehr viel Spaß.? Letztlich hatte
er aber nach der 2:0 Satzführung für sein Team auf mehr als einen
Punkt gehofft. Sichtlich erleichtert zeigte sich auch Straubings Coach
Andreas Urmann: ?Ab dem dritten Satz haben wir endlich das umgesetzt,
was wir uns vorgenommen hatten. Ich bin sehr froh, dass wir gewonnen
haben. Es ist aber klar, wenn man im Tie-Break so knapp gewinnt, dann
ist auch immer ein bisschen Glück dabei. Das haben wir heute gehabt.?
Durch den 3:2 Erfolg konnte NawaRo vorerst Platz drei in der Liga
verteidigen und nach Punkten zum zweiten Offenburg aufschließen.
Jedoch haben Offenburg und der vierte Grimma weniger Spiele als die
Straubingerinnen absolviert. Für NawaRo stehen jetzt zwei
Auswärtsspiele in Dresden (21.01.) und in Vilsbiburg (5.2.) an, ehe es
am 11. Februar in der turmair Volleyballarena zum Duell mit dem
Tabellenzweiten VC Offenburg kommt. Spielbeginn ist um 19.30 Uhr.

Foto:Schindler

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