Do., 09.06.2022 , 19:08 Uhr

Unfallprävention

Nach Unfällen auf A3: Tipps vom ACE zum Verhalten bei Staus

Am Mittwoch haben zwei Menschen bei Autounfällen ihr Leben verloren. Um solche tödlichen Unfälle zu vermeiden, gibt der Autoclub ACE Tipps, wie man sich bei einem Stau verhalten sollte.

Der 8. Juni 2022 hat es mal wieder gezeigt: Unfälle am Ende eines Staus haben oft schreckliche Folgen. Am frühen Morgen verunglückte auf der Autobahn A3 bei Wörth an de Donau in der Oberpfalz der Beifahrer eines Lkws tödlich. Der Lkw war nach Polizeiangaben in einen stehenden oder langsam fahrenden Lkw geprallt, in der Folge fuhr ein weiterer Lkw auf das Unfallfahrzeug auf. Die beiden letztgenannten Fahrzeuge fingen Feuer. Am Abend kam es auf der Autobahn A3 bei Erlangen zu einem weiteren tödlichen Unfall am Ende eines Staus. Hier starb ebenfalls ein Lkw-Fahrer.

Der ACE Auto Club Europa hat Tipps, wie man sich als Verkehrsteilnehmer bei Stau verhalten sollte, um solche Unfälle zu vermeiden.

 

Unfall-Prävention: Tipps für Verhalten bei Staus

Wichtig ist eine gute Vorbereitung: Die Fahrtroute sollte bereits vor der Abfahrt in einer Verkehrs-App oder einem Navigationssystem auf Stau-Abschnitte und Baustellen überprüft werden. Während der Fahrt warnen moderne Navigationssysteme sowie der eingeschaltete Verkehrsfunk im Radio vor Gefahrenstellen, Staus und stockendem Verkehr. Nähert man sich dem Abschnitt einer vorausgesagten Störung sollte die Geschwindigkeit verringert und der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug frühzeitig und gleichmäßig vergrößert werden. Selbiges gilt, wenn der Verkehr plötzlich ohne Vorwarnung stockt. Die Geschwindigkeit sollte gleichmäßig reduziert werden. Durch das Einschalten der Warnblinkanlage wird der nachfolgende Verkehr gewarnt und hat ausreichend Reaktionszeit zum Abbremsen.

„Abrupte Bremsmanöver und Spurwechsel sollten auf jeden Fall vermieden werden. Nicht selten kommt es bereits bei solchen Fahrmanövern zu Unfällen“,

so die Regionalbeauftragte im ACE-Club-Service für Bayern, Ursula Hildebrand. Wird die Staugefahr auf einem Schild angezeigt, sollte bereits hier die Geschwindigkeit reduziert werden.

Wenn man sich dem Stau-Ende nähert, kann mit einem Blick in den Rückspiegel eingeschätzt werden, ob die nachfolgenden Fahrzeuge die Gefahr ebenfalls erkannt haben und abbremsen. Passiert dies nicht, kann man im Notfall noch schnell reagieren und ausweichen. Sind eine oder mehrere Spuren gesperrt, gilt das Reißverschluss-Prinzip. Wichtig ist dann, sich nicht zu früh einzuordnen beziehungsweise anderen Fahrzeugen unmittelbar vor der Engstelle das Einfädeln zu ermöglichen. Zu früher Spurwechsel oder das Einfahren in Lücken verlängern den Stau zusätzlich.

 

Die Rettungsgasse kann Leben retten

Nicht nur bei Stillstand im Stau, sondern bereits bei stockendem Verkehr und Schrittgeschwindigkeit gilt: Sofort Rettungsgasse bilden! Dabei weicht nur die äußere linke Spur nach links aus, alle anderen Fahrspuren müssen nach rechts ausweichen. Der Standstreifen muss weiterhin befahrbar bleiben. Wer keine Rettungsgasse bildet, kann mit einem Bußgeld von bis zu 320 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot belegt werden.

„Leider ist es vielen Autofahrerinnen und Autofahrerin immer noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen, bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse zu bilden. Rettungskräfte sind aber auf freie Fahrtwege angewiesen“,

so Ursula Hildebrand.

 „Wir halten an der ‚Vision Zero‘, also dem Ziel, die Zahl der Verkehrstoten auf Null zu bringen, weiter fest. Unsere Aufgabe ist es, die Teilnahme am Straßenverkehr so sicher wir möglich zu machen“, so Hildebrand. „Dazu kann jede und jeder beitragen, indem sie oder er aufmerksam unterwegs ist und in Gefahrensituationen besonnen reagiert.“


ACE Club Bayern Süd/JM

 

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