Mo., 07.09.2026 , 12:38 Uhr

Nach Prügel-Attacke beim Judo: Polizei ermittelt

Ein Gast-Kämpfer schlägt Olympia-Teilnehmer Timo Cavelius in der Judo-Bundesliga krankenhausreif. Nun wird die Prügel-Attacke weiter aufgearbeitet. Einige Fragen sind offen.

Nach der Prügel-Attacke in der Judo-Bundesliga hat die Polizei nach einer Anzeige wegen Körperverletzung die Ermittlungen aufgenommen. Der Leipziger Gast-Kämpfer Akaki Japaridze aus Georgien, der den deutschen Olympia-Starter Timo Cavelius vom TSV Abensberg nach einem verlorenen Bundesligakampf krankenhausreif prügelte und schwer im Gesicht verletzte, wurde am Samstagabend von den Behörden in der Leipziger Sporthalle Brüderstraße nicht mehr angetroffen. Offenbar war er schon im Hotel. Der 24-jährige Georgier soll mittlerweile wieder in seiner Heimat sein.

Die Person sei bekannt, es sei keine Gefahr in Verzug, bestätigte die Leipziger Polizei am Montag der Deutschen Presse-Agentur die Ermittlungen.

 

 

Verbände prüfen rechtliche Schritte

Parallel dazu werden nun die Verbände weitere Schritte einleiten. Die Internationale Judo-Föderation (IJF), die Europäische Judo-Union (EJU) und der Georgische Judoverband wurden noch am Tag des Vorfalls über das Geschehen informiert, teilte der Deutsche Judo-Verband (DJV) mit. Die Aufarbeitung gehört in die dafür vorgesehenen sportrechtlichen und rechtlichen Verfahren und soll sachlich, konsequent und auf Grundlage der vorliegenden Fakten erfolgen, so der DJV.

 

Operierter Cavelius verpasst WM

Für den frisch operierten Cavelius, der nach den Schlägen des Georgiers einen Kieferbruch erlitten und zwei Zähne verloren hat, bedeutet die Prügel-Attacke das WM-Aus für die Titelkämpfe vom 4. bis 11. Oktober in Baku. «Besonders bitter ist dieser Ausfall für unseren Athleten mit Blick auf die laufende olympische Qualifikation und sein großes Ziel, sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles zu qualifizieren und dort nach Paris seine zweiten Olympischen Spiele zu bestreiten», teilte der deutsche Verband mit. Der 29 Jahre alte Cavelius ist beim Verband auch Athletenvertreter.

Beim Bundesligakampf in Leipzig hatte der 8:6-Sieg der Sachsen gegen den bayerischen Serienmeister TSV Abensberg bereits festgestanden. Beide Kontrahenten standen sich innerhalb einer Stunde zum zweiten Mal gegenüber. Im ersten Duell des 90-Kilo-Limits hatte der für Leipzig kämpfende Georgier gewonnen. Das zweite Duell ging an Cavelius, der vor Freude eine provozierende Jubel-Geste in Richtung Japaridze zeigte. Dann kam es zum Kurzschluss. «Dem Georgier sind die Sicherungen durchgebrannt», sagte TSV-Trainer Manuel Scheibel.

dpa 

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