Di., 22.02.2022 , 08:46 Uhr

Nach Champagner-Drama in Weiden: Flasche wurde online gekauft

Knapp eine Woche nach dem Drama in Weiden gibt es neue Erkenntnisse. Die Flasche wurde online gekauft. Die Polizei geht aktuell nicht davon aus, dass das Ecstasy in Weiden in die Flasche kam, sondern schon bereits im Champagner war. Inzwischen wurden alle Personen aus dem Krankenhaus entlassen.

Wie bereits berichtet, ging am Sonntag, den 13. Februar 2022, gegen 00.30 Uhr, bei der Einsatzzentrale der Polizei in Regensburg telefonisch die Mitteilung ein, dass es bei mehreren Personen während eines Restaurantbesuchs in der Weidener Innenstadt zu erheblichen gesundheitlichen Schwierigkeiten gekommen sei. Bei Eintreffen von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst in dem Restaurant am Unteren Markt wurden verletzte Personen, teilweise auf dem Boden liegend, angetroffen. Sie wurden sofort medizinisch versorgt und in verschiedene Krankenhäuser eingeliefert. Die acht Personen hatten zuvor gemeinsam aus einer Champagnerflasche konsumiert, die sie in dem Restaurant bestellt hatten.

 

Alle Personen haben Krankenhaus verlassen

Ein Mann ist im Laufe der Sonntagnacht verstorben, sieben weitere Personen kamen in umliegende Krankenhäuser. Mittlerweile konnte alle Personen das Krankenhaus wieder verlassen.

Laut Untersuchungen eines Labors befand sich in der betroffenen Champagnerflasche kein Champagner, sondern die chemische Substanz MDMA, welche oftmals auch als Ecstasy bezeichnet wird. Die Flüssigkeit in der Flasche hatte eine rötlich/ braune Farbe, welche bereits nach kurzer Zeit nachdunkelte. Der Inhalt der Champagnerflasche hatte keinen auffälligen chemischen, sondern einen aromatisch-fruchtigen Geruch, allerdings war dieser nicht „champagnerartig“. Die Flüssigkeit enthielt keine Kohlensäure und perlte auch nicht, wie für Champagner üblich.

 

Champagnerflasche online gekauft

Die betroffene Champagnerflasche wurde bereits einige Zeit vor dem Konsum über eine Online-Plattform bezogen. Daher mahnt die Polizei in diesem Zusammenhang auch zur Vorsicht beim Konsum von Getränken, deren Herkunft aufgrund eines nicht nachvollziehbaren Vertriebsweges unklar ist. Insbesondere bei Privatkäufen im Internet wird zur Achtsamkeit geraten.

Nach aktuellem Sachstand ergibt sich kein Verdacht auf strafbares Handeln von Personen in Weiden i.d.OPf. Derzeit ist vielmehr anzunehmen, dass die Flasche im guten Glauben an ein Originalprodukt im Internet erworben und anschließend ausgeschenkt wurde.

 

Polizei ermittelt weiter

Die intensiven und umfangreichen Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Weiden i.d.OPf., die in enger Absprache und Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Weiden i.d.OPf sowie dem Zollfahndungsamt München mit Dienstsitz in Weiden i.d.OPf., geführt werden, dauern an. Ein Schwerpunkt der Ermittlungen bezieht sich nun auf die Feststellung von etwaigen Verantwortlichen bezüglich einer späteren Manipulation der Flasche nach deren Produktion und Vertrieb.

 

PP Oberpfalz / MB

 

Unser Bericht zum Fall

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