Mi., 13.05.2026 , 11:04 Uhr

Zwei Jahre und sechs Monate

München/Regensburg: Urteil - Haft für Ex-OB Wolbergs

Jetzt steht das Urteil im Parteispenden-Prozess gegen den früheren Regensburger Rathaus-Chef fest: zwei Jahre und sechs Monate heißt es für den früheren Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs - ohne Bewährung.

Wir sind beim Prozess dabei und berichten heute Abend ausführlich in unserem Journal über das Urteil.

Zwei Jahre und sechs Monate Haft - ohne Bewährung: so lautet das Urteil für den früheren Oberbürgemeister von Regensburg. Da Joachim Wolbergs bereits für längere Zeit in Untersuchungshaft gesessen ist, gelten vier Monate als abgegolten. Das bedeutet: der frühere Rathauschef muss für zwei Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. 

Das Landgericht München I sprach ihn in neun Fällen der Vorteilsnahme schuldig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sein Anwalt hat bereits angekündigt, in Revision gehen zu wollen.

Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung

Hintergrund des Prozesses ist der Kommunalwahlkampf 2014. Im Kern geht es um die Frage, ob Wolbergs wusste, dass ein Unternehmer ihn mit Parteispenden mit Blick auf künftige Bauprojekte in Regensburg gewogen machen wollte. Wolbergs weist dies zurück. 

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders und plädierte auf zweieinhalb Jahre Haft für neun Fälle der Vorteilsnahme. Die Verteidigung forderte Freispruch und im Fall einer Verurteilung eine Bewährungsstrafe. 

In den neun Fällen der Vorteilsnahme sind zwei enthalten, für die Wolbergs im ersten Verfahren 2019 bereits rechtskräftig verurteilt worden ist. Hier muss noch über die Strafe entschieden werden. Die Staatsanwaltschaft hat die zwei Fälle in ihr Strafmaß eingerechnet. Die Verteidigung beantragte hierfür eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. 

Erstes Verfahren 2018/19

Der Prozess vor dem Landgericht München I ist eine teilweise Neuverhandlung des zehnmonatigen Verfahrens vor dem Landgericht Regensburg in den Jahren 2018/19. Damals wurde der Kommunalpolitiker wegen zweier Fälle der Vorteilsnahme verurteilt, blieb aber straffrei. Von weiteren Vorwürfen wurde er freigesprochen. Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof (BGH) im November 2021 in Teilen aufgehoben, als zu milde beanstandet und zur Neuverhandlung an eine Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München I verwiesen.

 

dpa/JM

 

Ein Teil unserer bisherigen Berichterstattung zum Thema

Regensburg/München: Plädoyers im Wolbergs-Prozess - Freispruch und Haftstrafe gefordert
Vor dem Landgericht München wird derzeit ein Teil des Regensburger Parteispenden-Prozesses gegen den früheren Oberbürgermeister Joachim Wolbergs neu verhandelt. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil in Teilen aufgehoben und den Fall zur erneuten Verhandlung zurückverwiesen. Seit März läuft der Prozess in München - am Mittwoch wurden die Plädoyers gehalten.
Prozessauftakt in München: Neue Verhandlungen im Fall Wolbergs gestartet
Sechs Jahre und acht Monate, oder insgesamt 2443 Tage. So viel Zeit liegt zwischen dem Urteil im ersten Prozess gegen Joachim Wolbergs und dem heutigen Tag. Dieser erste Prozess wird jetzt in München teilweise neu verhandelt. Heute ging es los und auch wir waren vor Ort.

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