Mo., 20.04.2026 , 12:23 Uhr

München: Erstes KI-Reallabor für die Medienbranche in Bayern eröffnet

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien berichtet über die Eröffnung des ersten KI-Reallabors für die Medienbranche im Freistaat.

Die Pressemitteilung der BLM:

Die Zukunft der Medienbranche live verfolgen: Einblicke in einen einzigartigen Experimentier- und Innovationsraum für Künstliche Intelligenz (KI) bekamen heute prominente Gäste aus Politik und Medien in der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM). Im neuen Medienstudio des KI-Reallabors vom KI-Kompetenzzentrum Medien (KI.M) erlebten die Gäste am Beispiel von zwei Ideen für Prototypen, was machbar ist und wie sich Nutzen, Grenzen und rechtliche Anforderungen in der Praxis zusammen denken lassen.

Das KI.M ist eine gemeinsame Initiative der Medien.Bayern GmbH und der BLM. Gefördert wird es durch die Bayerische Staatskanzlei, dessen Leiter, Medienminister Dr. Florian Herrmann, die Bedeutung des KI-Reallabors für Bayern betonte: „Mit dem KI-Reallabor schaffen wir einen Innovationsbooster für die Medienbranche in Bayern. Wir verbinden technologische Innovations-kraft mit praktischer Anwendung und klaren rechtlichen Leitplanken. Das KI-Reallabor bietet einen geschützten Raum, in dem Medienhäuser KI-Anwendungen unter realen Bedingungen kostenlos testen können, bevor sie in eigene Lösungen investieren. Dies verhindert teure Fehlinvestitionen und ist gerade für kleine und mittlere Unternehmen ein enormer Vorteil. So stärken wir nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit des Medienstandorts Bayern.“

Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der BLM, sieht die neue Infrastruktur in Kombination mit der KI-Aufsicht im Medienbereich als richtige Antwort auf die Anforderungen der Zukunft: „Künstliche Intelligenz wird für Medienhäuser nur dann relevant, wenn aus Ideen konkrete, vor allem aber rechtssichere Anwendungen werden. Genau dafür schafft das KI-Reallabor des KI.M einen Rahmen. Die Ergebnisse stehen der gesamten Branche zur Verfügung, was gerade für kleinere und mittlere Medienunternehmen die Entwicklung von Prototypen erleichtert.“

Stefan Sutor, Geschäftsführung Medien.Bayern: „Die Projekte aus dem Reallabor des KI.M zeigen: Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bringt die Medienbranche voran und macht neue Produkte möglich. Wir schaffen die infrastrukturellen Voraussetzungen, damit innovative Ideen aus der bayerischen Medienbranche praxisnah erprobt werden. Die Expertise und die Hardware, die wir Medienschaffenden zur Verfügung stellen, sind dazu der Schlüssel.“

Den Mehrwert für den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Medien- und Filmbranche erläuterte in der Einführung Prof. Dr. Sylvia Rothe (AI-Research der HFF München). Wie dieser Mehrwert konkret aussehen kann, demonstrierte KI.M-Leiter Jim Sengl an zwei Prototypen, die noch in der Entwicklung sind. In Zusammenarbeit mit zwei Verlagen wird die Machbarkeit eines agentischen KI-Reiseberaters erprobt, der auf sämtliches Verlagsmaterial zugreifen kann. Um eine Simulation menschlicher Interaktion geht es im zweiten Beispiel: Mittels KI werden synthetische Fokusgruppen für den Test und die Validierung von Content-Konzepten gebildet – über Personas, die bestimmte Zielgruppen repräsentieren und vom Film-Treatment bis zum Videospiel alles bewerten.

Die Botschaft hinter der Demonstration: Im KI-Reallabor entstehen in einem geschützten Umfeld keine fertigen Produkte mit Marktreife, sondern datensouveräne und rechtssichere Lösungen, die nach dem Praxistest alle Medienunternehmen nutzen können. Ansprechpartnerin bei rechtlichen Fragen ist Dr. Carolin Gierth als juristische Leitung des KI.M.

Das Interesse der Medienbranche am KI-Reallabor ist groß: Einen Prototypen gibt es bereits, vier weitere sind in der Entwicklung. Mehr als 25 weitere Bewerbungen liegen vor, darunter viele klassische Medienhäuser – vom Radio über das Fernsehen bis hin zu Verlagen.

Die Werkstattberichte sind auf der Website des KI.M zu finden, über die sich interessierte Unternehmen jederzeit für eine Machbarkeitsstudie bewerben können.

Pressemitteilung Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)

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