Do., 02.10.2025 , 09:53 Uhr

Vorschlag: Oktoberfest soll um einen Tag verlängert werden

München: Drohbrief sorgt für Wiesn-Schließung – Normalbetrieb am Tag danach

Ein Tag ist es her, dass München sich im absoluten Ausnahmezustand befunden hat. Ein 57-Jähriger hatte zuerst das Haus seiner Eltern angezündet und sich später das Leben genommen. Außerdem hinterließ er eine Bombendrohung gegen das Oktoberfest, was für eine stundenlangen Sperrung des Festgeländes gesorgt hat. Einen Tag später gibt es weitere Details zur Tat und den Vorschlag, die Wiesn um einen Tag zu verlängern.

Oktoberfest nach Drohung kurzzeitig geschlossen

Am Mittwoch sorgte in München ein Familiendrama samt zweier toter Personen und im gleichen Zusammenhang ein Schreiben des 57-jährigen Tatverdächtigen für große Aufregung. Darin hatte er auch das Oktoberfest bedroht, weshalb die Wiesn mehrere Stunden lang gesperrt und auf Sprengsätze durchsucht wurde. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, der Mann habe vor einem „bombigen Erlebnis“ auf dem Oktoberfest gewarnt – eine Drohung, die angesichts des Brandes sehr ernst genommen wurde.

Normalbetrieb am Donnerstag

Nach aktuellem Stand soll das Oktoberfest heute planmäßig weiterlaufen. Die Bierzelte öffnen um 10:00 Uhr, Einschränkungen sind derzeit nicht vorgesehen.

Nach Öffnung: Weniger Betrieb auf dem Gelände – Ausgelassene Stimmung in vollen Zelten

Ab 17:30 Uhr wurde das Gelände wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Laut der Deutschen Presseagentur war es deutlich leerer als an üblichen Wiesn-Tagen, was auch Verkäufer und Sicherheitskräfte bestätigten.

Viele Verkaufsstände verzeichneten nur geringe Kundenzahlen – an einem Autoscooter fuhren zwei Mitarbeiter alleine im Kreis. Währenddessen wurde in den großen Zelten wieder ausgelassen gefeiert – dort war kein freier Platz mehr zu finden.

Wirtschaftliche Folgen noch unklar – Dehoga schlägt Verlängerung der Wiesn vor

Der Gastgewerbeverband Dehoga brachte als Reaktion auf die stundenlange Schließung eine Verlängerung der Wiesn ins Gespräch. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer der Dehoga, erklärte, man wolle sich die Lebensfreude nicht verderben lassen. Ob eine Verlängerung realisierbar ist, bleibt offen – vor allem wegen des kurzfristig benötigten Personals und notwendiger Genehmigungen. Aussagen zu möglichen wirtschaftlichen Verlusten sind aktuell noch nicht möglich.

Neue Erkenntnisse zur Tat in Lerchenau

Zu der Tat in München-Lerchenau, die im Zusammenhang mit der Drohung steht, gibt es weitere Details. Der 57-jährige mutmaßliche Täter hatte am frühen Morgen das Haus seiner Eltern sowie mehrere Autos angezündet und sich dann selber umgebracht.

Leiche im Brandhaus gefunden

Im ausgebrannten Haus hatte die Polizei später eine Leiche entdeckt. Die Beamten gehen davon aus, dass es sich um den vermissten 90-jährigen Vater des Tatverdächtigen handelt. Wegen der extremen Hitze war das Betreten des Hauses zunächst nicht möglich. Auch ein Statiker wurde hinzugezogen, um die Standfestigkeit des Gebäudes zu beurteilen. Mittlerweile sind alle Verkehrssperren aufgehoben, die Evakuierungsmaßnahmen beendet und die Anwohner zurückgekehrt.

Verletzte mit Schuss- und Brandwunden

Zwei Personen wurden bei dem Brand verletzt. Eine 21-jährige Frau, die Tochter des Tatverdächtigen, konnte aus dem Obergeschoss des brennenden Hauses gerettet werden. Sie erlitt leichte Verletzungen. Die 81 Jahre alte Mutter des Mannes wurde mit mittelschweren Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht.

dpa / JM

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