Di., 11.12.2012 , 13:05 Uhr

Mord mit Armbrust: Höchststrafe für Ex-Soldaten

Für den Mord an einem Rentner mit einer Armbrust ist ein desertierter Bundeswehrsoldat zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht im bayerischen Weiden stellte am Dienstag zudem eine besondere Schwere der Schuld fest – damit kann der 23-Jährige nicht schon nach 15 Jahren Haft entlassen werden. Der Mann hatte im Januar in Weiden seinem 66-jährigen Opfer mit einer Armbrust in den Rücken geschossen und ihn anschließend mit zahlreichen Messerstichen getötet.

 

Der Angeklagte habe mit seiner ein Jahr älteren Freundin eine Raubserie wie die von «Bonnie und Clyde» geplant, um auswandern zu können, sagte der Vorsitzende Richter Walter Leupold. Die Frau wurde wegen Beihilfe und anderer Delikte zu 13 Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. Sie hatte bei der Bluttat Schmiere gestanden. Beide Verteidiger kündigten noch im Gerichtssaal an, Revision einzulegen.

 

 

Der Ex-Soldat hatte im Januar in Weiden dem 66-jährigen Opfer mit einer Armbrust in den Rücken geschossen und ihn anschließend mit mindestens 21 Messerstichen getötet. Seine Freundin hatte ihm die Armbrust gereicht bei der Bluttat Schmiere gestanden. Wenige Tage vor der tödlichen Attacke hatte sie mit einem gefälschten Überweisungsauftrag 3000 Euro ergaunert.

 

 

«Der 23-Jährige ist fahnenflüchtig geworden, weil er Angst hatte, als Bundeswehrsoldat nach Afghanistan geschickt zu werden», erläuterte Richter Leupold. Der Mann war Panzergrenadier im niederbayerischen Regen. Um genügend Geld für die Flucht zu bekommen, habe das Pärchen eine Raubserie geplant. «Daraus ist dann ein blutiges Geschäft geworden», sagte der Richter. Nach der Bluttat setzte sich das Duo zunächst nach Berlin und anschließend ins Ausland ab. Auf dem Flughafen der Kanareninsel Fuerteventura wurden beide schließlich festgenommen.

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