Mi., 02.07.2014 , 10:38 Uhr

„Mit den Gedanken stolpern“ – Flyer zu Stolpersteinen

Am 30. Juni 2014 haben Dieter Weber, Traudl Lacher-Joedicke und Ulrich Fritsch, die sich unter dem Dach des Evangelischen Bildungswerkes (EBW) zum Arbeitskreis Stolpersteine zusammengefunden haben, Oberbürgermeister Joachim Wolbergs einen Flyer übergeben. Er informiert über die in der Stadt Regensburg verlegten Stolpersteine. Das Faltblatt liegt unter anderem in den Bürgerbüros und an Schulen aus.

Wie im öffentlichen Raum vieler anderer europäischer Städte, sollen auch in Regensburg diese Stolpersteine die Erinnerung an Opfer des Naziregimes wachhalten, die mit brutaler Gewalt aus ihren Wohnungen deportiert, in Konzentrationslager verschleppt und dort ermordet worden waren. In die auf die Steine aufgebrachten Messingplatten sind die Namen und die Lebensdaten von Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens, von Euthanasieopfern und aus politischen Motiven Verfolgten eingraviert. Die Stolpersteine befinden sich im Pflaster unmittelbar vor den Häusern, in denen die Menschen bis zu ihrer Deportation gelebt haben.

„Die Aktion findet meine ausdrückliche Unterstützung. Die Stolpersteine führen uns auf Schritt und Tritt vor Augen, zu welcher Grausamkeit Menschen fähig sind, auch gegenüber ihren direkten Nachbarn“, betonte Wolbergs. Der Flyer informiere in kompakter Weise über die Hintergründe. Eine komplette Liste der Standorte der Steine ist auf der Homepage des Arbeitskreises Stolpersteine, www.stolpersteine-regensburg.de, veröffentlicht.

Dort besteht auch die Möglichkeit, den Lebensspuren dieser Menschen zu folgen. „Über die Stolpersteine stolpert man nicht mit den Füßen“, so Dieter Weber, der ehemalige Leiter des Evangelischen Bildungswerkes, „sondern mit den Gedanken“.

Seit 2007 wurden in Regensburg bereits 145 Stolpersteine des Kölner Bildhauers Gunter Demnig verlegt. Am Mittwoch, 9. Juli 2014, werden noch 20 weitere Steine hinzukommen. Treffpunkt ist um 10 Uhr vor der Jüdischen Gemeinde, Am Brixener Hof 2. Alle interessierten Regensburgerinnen und Regensburger sind dazu herzlich eingeladen.

 

pm

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