Eine Frau hat in Mintraching im Landkreis Regensburg ein junges Rehkitz mit nach Hause genommen – das Tier starb kurze Zeit später. Die Polizei ermittelt nun wegen Jagdwilderei und warnt eindringlich davor, vermeintlich verlassene Wildtiere anzufassen oder mitzunehmen.
Am Mittwochabend entdeckte eine 52-Jährige ein etwa eine Woche altes, unverletztes Rehkitz, das fiepend im Gras lag. Sie nahm das Tier zunächst mit nach Hause.
Ein verständigter Jagdpächter wies die Frau darauf hin, das Jungtier umgehend zurück an den Fundort zu bringen. Bei einer späteren Kontrolle war das Rehkitz jedoch bereits tot.
Nach Angaben der Polizei wurde das Tier mutmaßlich wegen des menschlichen Geruchs von seiner Mutter nicht mehr angenommen. Dadurch wurde es nicht mehr versorgt.
Die Beamten haben Ermittlungen wegen Jagdwilderei aufgenommen.
Gerade während der Setzzeit von etwa April bis Juli liegen Rehkitze häufig reglos im Gras. Dieses Verhalten ist normal. Die Muttertiere halten sich in der Nähe auf, um keine Fressfeinde anzulocken.
Wer ein Jungtier findet, sollte unbedingt Abstand halten und die Umgebung verlassen. Im Zweifel sollten Fachleute wie Jägerinnen und Jäger oder der Notruf verständigt werden.
Das Tier darf laut Polizei keinesfalls berührt werden. Fremder Geruch kann dazu führen, dass die Mutter ihr Junges nicht mehr annimmt – mit möglicherweise tödlichen Folgen.
dpa / MF