Kaum Wolken, viel Sonne – perfekte Bedingungen für Solarpanels. Doch mit der starken Sonneneinstrahlung wächst auch eine zentrale Frage: Wie speichert man den Strom, der mittags in großen Mengen produziert wird, um ihn abends nutzen zu können?
Die Antwort darauf soll in Wald im Landkreis Cham entstehen. Dort ist ein groß angelegtes Pilotprojekt geplant, das neue Maßstäbe setzen könnte.
Auf einer vergleichsweise kleinen, bereits abgesteckten Fläche soll in Wald ein Stromspeicher mit einer Speicherkapazität von 25.000 Kilowattstunden entstehen. Diese Zahl verdeutlicht die Dimension des Projekts.
Zum Vergleich:
Ein mittelgroßes E-Auto verfügt im Durchschnitt über eine Speicherkapazität von etwa 50 Kilowattstunden. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht laut ADAC und Statistischem Bundesamt im Schnitt rund 4.500 Kilowattstunden pro Jahr.
Der geplante Speicher in Wald könnte also eine enorme Menge an Strom aufnehmen – deutlich mehr, als ein einzelner Haushalt im Jahr benötigt.
Ein besonderer Vorteil des Projekts: Der Stromspeicher soll „netzdienlich“ arbeiten. Das bedeutet, dass er gezielt eingesetzt werden kann, um das Stromnetz zu stabilisieren und Lastspitzen auszugleichen.
Gerade in Zeiten hoher Solarproduktion – etwa zur Mittagszeit bei viel Sonne – kann überschüssiger Strom gespeichert und später, etwa in den Abendstunden, wieder ins Netz eingespeist werden. So wird die erzeugte Energie effizient genutzt.
Ein weiterer Vorteil des geplanten Speichers in Wald: Durch den Einsatz eines solchen netzdienlichen Speichers könnte ein wesentlich teurerer Netzausbau vermieden oder zumindest reduziert werden.
Noch handelt es sich um ein Pilotprojekt. Doch nach Einschätzung der Verantwortlichen könnten solche Speicherlösungen schon bald vielerorts zum Einsatz kommen – nicht nur im Landkreis Cham, sondern darüber hinaus.