Über 5.000 Gebeine und Schädel werden seit vielen Jahrhunderten im historischen Karner in Chammünster aufbewahrt. Das sogenannte Beinhaus ist eines der wenigen seiner Art in Deutschland und gibt einen außergewöhnlichen Einblick in eine jahrhundertealte Bestattungskultur. Heute zieht der geschichtsträchtige Ort Touristen, Schulklassen und Besucher aus nah und fern an.
Der Grund für die Entstehung solcher Beinhäuser war vor allem der Platzmangel auf Friedhöfen. Nach einer Ruhezeit von häufig 10 bis 20 Jahren wurden Gräber erneut geöffnet. Die Schädel und Knochen der Verstorbenen wurden gereinigt und anschließend platzsparend im Beinhaus aufgestapelt.
Auch im Karner von Chammünster wurden auf diese Weise über Jahrhunderte Tausende menschliche Überreste gesammelt und aufbewahrt.
Eine besonders ungewöhnliche Geschichte stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts. Damals wurde das Beinhaus zum Schauplatz eines Schulprojekts. Der damalige Pfarrer und Lehrer reinigte gemeinsam mit Grundschülern die menschlichen Gebeine und Schädel und stapelte sie anschließend wieder auf.
Heute ist der Karner in Chammünster ein außergewöhnliches Zeugnis vergangener Bestattungstraditionen. Touristen, Schulklassen und geschichtsinteressierte Menschen besuchen den Ort, um einen Blick auf die mehr als 5.000 Gebeine und Schädel zu werfen.
Die menschlichen Überreste sind hinter Gittern aufbewahrt und können das ganze Jahr über betrachtet werden.