Die ostbayerische Wirtschaft hatte bereits im Vorfeld der Wahl bei zahlreichen Veranstaltungen betont, dass der Kontakt zwischen Politik und Wirtschaft wieder enger werden müsse. Die Politik solle sich stärker um die Belange der Unternehmen kümmern. Entsprechend aufmerksam verfolgen viele Unternehmer nun auch die anstehenden Stichwahlen.
Beim Jahresempfang der Wirtschaft spielten neben der politischen Lage auch die aktuellen geopolitischen Entwicklungen eine zentrale Rolle.
Obwohl er derzeit selbst nicht zur Wahl steht, war Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ein gefragter Gast in der IHK in Regensburg. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit für Fotos mit dem Minister.
Eine klare Vorgabe gab es jedoch: keine Wahlkampfrede. Daran hielt sich Aiwanger. Stattdessen betonte er den Willen der bayerischen Wirtschaft, den aktuellen Krisen zu trotzen. Gleichzeitig appellierte er an seine politischen Kollegen, die Unternehmen aktiv zu unterstützen.
Mit diesen Aussagen traf er bei den beiden Wirtschaftskammern auf offene Ohren.
Auch Professor Enzo Weber vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung war als Redner geladen. In seinem Vortrag sprach er vom „Aufbruch aus der Erneuerungskrise“. Er forderte von der Politik mehr Flexibilität am Arbeitsmarkt, etwa bei Gründungen und bei der Weiterbildung von Arbeitnehmern.
Zudem warnte Weber vor den Folgen der demografischen Entwicklung. Gleichzeitig machte er deutlich, dass Künstliche Intelligenz von Unternehmen unbedingt als Chance und nicht als Bedrohung verstanden werden sollte.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bewerten die beiden Kammerpräsidenten die Lage insgesamt als stabil. Der ostbayerischen Wirtschaft gehe es nach wie vor vergleichsweise gut.
Für das Jahr 2026 könnte sich sogar ein leichtes Umsatzplus ergeben – trotz der anhaltenden Herausforderungen durch Politik, Konjunktur und internationale Entwicklungen.