Über mehr als 140 Jahre wurde in Regensburg Weltpolitik geschrieben. Während des Immerwährenden Reichstags tagten von 1663 bis 1806 die Reichsstände des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation in der Domstadt. Viele der Gesandten starben während ihrer Zeit in Regensburg und wurden auf dem Gesandtenfriedhof an der Dreieinigkeitskirche beigesetzt. Heute gilt der historische Friedhof als Denkmal von europäischer Bedeutung.
Der Gesandtenfriedhof rund um die Dreieinigkeitskirche im Herzen der Regensburger Altstadt ist die letzte Ruhestätte von 111 Menschen. Trotz seiner internationalen historischen Bedeutung kennen viele Regensburger den besonderen Ort kaum.
Derzeit wird der Gesandtenfriedhof aufwendig restauriert. Ziel der Arbeiten ist es, das bedeutende Kulturdenkmal dauerhaft zu erhalten. Parallel dazu untersuchen Archäologen das Gelände.
Dabei kommen zahlreiche spannende Funde ans Licht. Beim Bau der Grüfte wurde der Boden ausgehoben und anschließend wieder verteilt. Deshalb entdecken die Experten heute Gegenstände aus ganz unterschiedlichen Epochen – von römischen Tonscherben bis hin zu leeren Schnapsflaschen aus den 1960er Jahren. Die eigentlichen Grabkammern bleiben jedoch geschlossen und werden nicht geöffnet.
Die Restaurierungsarbeiten sollen Ende 2027 abgeschlossen sein. Schon jetzt können Besucher den Gesandtenfriedhof während der Öffnungszeiten der Dreieinigkeitskirche besichtigen und einen Blick auf eines der außergewöhnlichsten historischen Kleinode Regensburgs werfen.