Vor Kurzem haben wir das Startup-Lab der OTH Regensburg vorgestellt. Damals war auch Wissenschaftsminister Markus Blume zu Gast. Dort entstanden zahlreiche innovative Ideen – eine davon könnte künftig beim Schutz von Flughäfen und kritischer Infrastruktur eine wichtige Rolle spielen.
Im Fokus steht das Regensburger Startup Daedalus Defence. Das Team arbeitet an einer besonderen Form der Drohnenabwehr. Statt störende oder gefährliche Drohnen zu zerstören, sollen diese mit einem Netz eingefangen werden.
Bei Vorführungen zeigt sich das Prinzip bereits in der Praxis: Eine Abwehr-Drohne verfolgt ihr Ziel, wirft ein Netz aus und fängt die fremde Drohne ein. Dadurch soll verhindert werden, dass Trümmerteile nach einer Zerstörung unkontrolliert zu Boden fallen.
Im Startup-Lab der OTH Regensburg arbeitet das Team kontinuierlich an der Weiterentwicklung seiner Technologie. Der Pilot steuert die Drohne dabei mithilfe einer VR-Brille und sieht in Echtzeit, was die Drohne sieht.
Für besondere Einsatzlagen wurde das System zusätzlich angepasst. Befindet sich an der eingefangenen Drohne möglicherweise eine gefährliche Ladung, kann das Netz samt Zielobjekt gezielt abgeworfen werden.
Aktuell funktioniert das System bereits mit manueller Steuerung. Langfristig verfolgt Daedalus Defence jedoch ein deutlich ambitionierteres Ziel: Die Abwehr-Drohne soll mithilfe von Künstlicher Intelligenz künftig selbstständig störende Drohnen erkennen, verfolgen und einfangen.
Die Technologie könnte künftig an vielen Orten eingesetzt werden. Denkbar wäre der Schutz von Flughäfen, kritischer Infrastruktur oder auch der Einsatz gegen Drohnen, die unerlaubt Gegenstände in Gefängnisse transportieren.
Die Entwicklung bleibt jedoch eine Herausforderung. Einige benötigte Bauteile sind derzeit nur schwer verfügbar, da bestimmte Komponenten stark nachgefragt werden.
Mit Unterstützung der OTH Regensburg konnte das Startup bereits mehrere Prototypen entwickeln. Als nächster Schritt soll zunächst eine manuell gesteuerte Abwehr-Drohne auf den Markt kommen. Dadurch möchte das Team Erfahrungen sammeln und Rückmeldungen von Kunden erhalten.
Bis eine vollständig KI-gestützte Drohnenabwehr einsatzbereit ist, wird es daher noch einige Zeit dauern.