Di., 14.07.2026 , 15:06 Uhr

Regensburg: Provokation in der Kirche – Musikvideo löst heftige Debatte aus

Die katholische Kirche tut sich bis heute schwer mit der vollständigen Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Umso größer ist derzeit die Diskussion um ein Musikvideo, das in der Basilika St. Emmeram in Regensburg aufgenommen wurde. Das Bistum Regensburg prüft inzwischen rechtliche Schritte, während auch die queere Community den Vorfall kritisch bewertet.

Musikvideo sorgt für Aufsehen

Ein Kuss vor dem Altar, laszive Szenen im Beichtstuhl und der provokante Songtitel „You believe in Jesus, I believe in Pussy“: Mit diesen Aufnahmen sorgt die Schweizer Sängerin Milune für Aufsehen. Das Video zeigt die 22-Jährige gemeinsam mit ihrer Freundin knapp bekleidet im Kirchenschiff und im Beichtstuhl der Basilika St. Emmeram.

Nach Angaben des Bistums Regensburg entstanden die Aufnahmen offenbar ohne Genehmigung. Das Musikvideo ist inzwischen nicht mehr im Internet abrufbar. Das Management der Sängerin erklärte gegenüber der Schweizer Zeitung Blick, erst nachträglich erfahren zu haben, dass für die Dreharbeiten möglicherweise eine Genehmigung erforderlich gewesen wäre.

Bistum prüft rechtliche Schritte

Das Bistum Regensburg distanziert sich deutlich von dem Video und sieht religiöse Gefühle verletzt. Der Fall werde derzeit rechtlich geprüft. Dabei soll unter anderem untersucht werden, ob durch die Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte oder andere rechtlich geschützte Interessen verletzt wurden. Je nach Ergebnis der Prüfung behält sich das Bistum weitere rechtliche Schritte vor.

Auch Queeres Regensburg kritisiert die Aktion

Auch der Verein Queeres Regensburg e.V. bedauert den Vorfall. Nach Einschätzung des Vorstands habe Pfarrer Roman Gerl mit der Öffnung der Basilika für einen Regenbogengottesdienst ein wichtiges Zeichen für Dialog und Offenheit gesetzt.

Die nicht genehmigte Videoaktion schade dem über Jahre aufgebauten Vertrauen und erschwere den Austausch zwischen Kirche und queerer Community.

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