Die Polizei in Regensburg testet seit dieser Woche den Einsatz von Tasern im regulären Streifendienst. Mit dem sogenannten Distanz-Elektroimpulsgerät (DEIG) soll eine Lücke zwischen Pfefferspray, Schlagstock und Schusswaffe geschlossen werden. Das Pilotprojekt läuft zunächst für sechs Monate.
Bislang standen Polizistinnen und Polizisten in gefährlichen Situationen vor allem Pfefferspray, Schlagstock und als letztes Mittel die Schusswaffe zur Verfügung. Nach Angaben der Polizei gibt es jedoch Einsatzlagen, in denen Pfefferspray nur eingeschränkt wirkt, etwa bei besonders aggressiven oder unter Drogeneinfluss stehenden Personen.
Der Taser soll künftig genau in solchen Situationen eine zusätzliche Handlungsoption bieten.
Bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd wird der Umgang mit dem neuen Einsatzmittel bereits intensiv trainiert. In Übungsszenarien werden Situationen nachgestellt, in denen Personen die Polizei bedrohen oder sich aggressiv verhalten.
Seit Montag gehören die schwarz-gelben Distanz-Elektroimpulsgeräte (DEIG) zur Ausstattung der Einsatzkräfte. Die Geräte verschießen kleine Pfeile, die über Drähte mit dem Taser verbunden bleiben. Ein Stromimpuls setzt die Muskulatur für wenige Sekunden außer Kraft.
Die Polizei verbindet mit dem Einsatz der Taser die Hoffnung auf mehr Sicherheit – sowohl für die Einsatzkräfte als auch für die Betroffenen.
In Bayern werden Taser bereits seit mehreren Jahren von Spezialeinheiten und geschlossenen Einheiten eingesetzt. Für den Test im Streifendienst wurden in Regensburg rund 100 Polizistinnen und Polizisten für den Umgang mit dem Distanz-Elektroimpulsgerät geschult.
Der Testlauf läuft für sechs Monate und findet in den Städten Regensburg, Augsburg und Schweinfurt statt. Nach Einschätzung der Polizei könnte der Taser angesichts der Einsatzlagen in der Domstadt ein sinnvolles zusätzliches Einsatzmittel sein.