Eine Vorlesung richtet sich normalerweise an Studierende, die lernen wollen. Doch Mitte April war im großen Hörsaal des Regensburger Uniklinikums vieles anders. Statt ausschließlich Studierenden kamen auch Kollegen, Freunde und Familienmitglieder – Anlass war die Antrittsvorlesung von Prof. Tobias Renkawitz.
Der Hörsaal war ungewöhnlich voll, auch zahlreiche Professoren nahmen in den Reihen Platz. Die Veranstaltung markierte offiziell die Ausrichtung des Lehrstuhls für Orthopädie, den Prof. Tobias Renkawitz bereits seit gut eineinhalb Jahren innehat.
Renkawitz ist nicht nur Lehrstuhlinhaber, sondern auch ärztlicher Direktor am Asklepios Klinikum Bad Abbach. Das Krankenhaus gehört zum Regensburger Kooperationsmodell, das bei der Gründung der Universität notwendig wurde, da nicht alle Kliniken direkt in Regensburg zur Verfügung standen.
Der 50-Jährige kündigte an, das hohe Niveau der Orthopädie in Regensburg weiterzuführen. Dazu zählen unter anderem navigationsgestützte OP-Systeme, die zunehmend auch bei Knieoperationen eingesetzt werden.
Gastredner der Antrittsvorlesung war Prof. Hans-Dieter Herrmann, ehemaliger Teampsychologe der DFB-Nationalmannschaft. Beide kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Heidelberg. Für Herrmann ist die Arbeit mit Sportlern etwas Besonderes.
Auch Prof. Renkawitz möchte künftig wieder verstärkt Sportler medizinisch unterstützen und die orthopädische Betreuung in diesem Bereich ausbauen.
Für viele Gäste hatte die Veranstaltung noch eine persönliche Note: Die Antrittsvorlesung wurde zugleich zu einer Art Wiedersehensfeier. Tobias Renkawitz gehörte zu den ersten Medizinstudenten in Regensburg – heute steht er selbst am Rednerpult und hält Vorlesungen für angehende Mediziner.