Am 23. April 1945 erlebte Regensburg dramatische Stunden. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs forderten Demonstrierende – vor allem Frauen – die kampflose Übergabe der Stadt an die US-Armee. Mehrere Menschen wurden daraufhin verhaftet. Drei von ihnen wurden hingerichtet, darunter der Domprediger Dr. Johann Maier.
Gleichzeitig spielte sich auf der anderen Seite der Donau ein weiteres Verbrechen ab: Im Colosseum in Stadtamhof wurden KZ-Häftlinge auf einen Todesmarsch geschickt.
An diese Ereignisse erinnert die Stadt Regensburg jedes Jahr am 23. April mit einem Gedenkweg. An insgesamt sechs Stationen in der Innenstadt wird an die unterschiedlichen Opfergruppen des Nationalsozialismus erinnert.
Im Mittelpunkt steht dabei das gemeinsame Gedenken an die Menschen, die verfolgt, verhaftet oder getötet wurden.
Beim diesjährigen Gedenkmarsch beteiligte sich ein breites Spektrum der Stadtgesellschaft. Auch der neue Oberbürgermeister Thomas Burger nahm an der Veranstaltung teil.
Der Gedenkweg ist damit nicht nur ein Rückblick auf die Ereignisse vom 23. April 1945, sondern auch ein sichtbares Zeichen des gemeinsamen Erinnerns in Regensburg.
Neben dem jährlichen Gedenkweg gibt es Forderungen nach einem zentralen Erinnerungsort in der Stadt. Ein solcher Ort könnte bald entstehen.
Dabei steht die Mahnung im Raum, die über Generationen hinweg weitergegeben wird: „Nie wieder“ ist nicht nur Mahnung, sondern ein Auftrag an alle.