Di., 08.07.2025 , 14:17 Uhr

Regensburg: Nach Tafelschließung – Kritik an Führung, Hilfsorganisationen alarmiert

Die Regensburger Tafel bleibt bis mindestens Mitte September geschlossen. Für viele bedürftige Menschen kam diese Nachricht völlig überraschend. Sie sorgt nicht nur für Unsicherheit, sondern auch für Kritik – vor allem von anderen sozialen Einrichtungen.

Unverständnis über lange Schließzeit

Nach außen gibt sich die Tafel knapp: Personalmangel, Ausfälle und Renovierungsarbeiten seien der Grund für die mehrmonatige Schließung. So steht es auch auf einem Aushang am Gebäude der Tafel im Regensburger Stadtnorden. Doch dass keine andere Tafel in Bayern so lange zusperrt, wirft Fragen auf – sowohl bei Ehrenamtlichen als auch bei anderen Organisationen.

Hilferufe bei den Rengschburger Herzen

Seit die Schließung öffentlich wurde, steht beim Vorstand der Rengschburger Herzen das Telefon nicht mehr still. Vereinsvorsitzender Arno Birkenfelder spricht von einem emotionalen Thema. Schon länger gibt es von seiner Seite und anderen Engagierten Kritik an der Schließungspolitik und am Führungsstil der Tafel. Unverständnis herrscht darüber, warum die Versorgung der Bedürftigen nicht mehr leistbar sein sollte.

Kritik am Führungsstil der Regensburger Tafel

Die Vorsitzende der Tafel Regensburg, Jonah Lindinger, war für TVA nicht erreichbar.

Auch aus anderen Hilfsorganisationen ist zu hören, dass man die Gründe nicht nachvollziehen könne – und den Wegfall der Tafel nicht kompensieren kann.

Stadt und Politik reagieren

Sozialbürgermeisterin Astrid Freudenstein versucht zu beruhigen, während die Regensburger SPD in einer Pressemitteilung deutlich wird: Die Hintergründe für die Schließung seien zunächst zweitrangig, die Situation aber dramatisch. Es sei entscheidend, schnell und gemeinsam ein Ersatzangebot für die Betroffenen zu schaffen.

Hilfsbereitschaft mit klarer Bedingung

Die Rengschburger Herzen zeigen sich grundsätzlich hilfsbereit, sollten Stadt oder Politik auf sie zukommen. Eine Bedingung stellt der Verein allerdings: Offenbar müsse sich etwas an der Tafel-Führung ändern, damit eine echte Zusammenarbeit möglich wird.

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob es der Stadt Regensburg gelingt, für die vielen Menschen, die auf Unterstützung bei der Lebensmittelversorgung angewiesen sind, schnelle Alternativen zu schaffen. Klar ist: Für Betroffene in Armutslagen zählt jetzt jede Woche.

Das könnte Dich auch interessieren

10.03.2026 02:29 Min Spenden in Ostbayern: Spendenmüdigkeit zu Jahresbeginn - gibt's das? Seit Anfang des Jahres stellen wir immer wieder Spendenprojekte aus Ostbayern vor. Doch wie sieht es eigentlich mit der Spendenbereitschaft zum Jahresbeginn aus? Sind die Menschen im Januar und Februar zurückhaltender – oder zeigt sich die Region davon unbeeindruckt? Ein Blick auf die Zahlen zeigt: Deutschlandweit ist die Spendenbereitschaft zurückgegangen. 2025 wurden rund 4,65 Milliarden 04.03.2026 00:30 Min Regensburg: Streit um Georg-Herbst-Straße in der Margaretenau geht weiter In der Georg-Herbst-Straße in der Margaretenau in Regensburg bleibt die Lage angespannt: Nach einem Stadtratsbeschluss im Dezember soll die Straße für den Autoverkehr gesperrt werden. Anwohner protestieren, die CSU-Stadtratsfraktion wollte die Maßnahme im Planungsausschuss kippen – jedoch ohne Erfolg. CSU-Antrag scheitert im Planungsausschuss Die CSU-Stadtratsfraktion stellte gestern im Planungsausschuss einen Antrag, die Entscheidung zurückzunehmen. Konkret 26.02.2026 02:35 Min Regensburg/Kelheim: „Regensburg liest ein Buch“ macht einen Roman zum Stadtgespräch Bei „Regensburg liest ein Buch“ nehmen sich Regensburg und Kelheim gemeinsam ein Buch vor – begleitet von verschiedenen Veranstaltungen über drei Wochen, damit der Titel am Ende wirklich zum Stadtgespräch wird. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr der Roman „Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher. Mit einer szenischen Lesung haben Studierende der ADK heute 23.02.2026 00:39 Min Ostbayern: Droht nach dem Schnee jetzt das Hochwasser? Die milderen Temperaturen der letzten Tage haben jetzt auch den restlichen Schnee schmelzen lassen, hinzu kommt dann noch der Regen. Das heißt vielerorts: gestiegene Pegel und teilweise auch schon Hochwasser.