Rund eineinhalb Stunden hat Joachim Wolbergs am Dienstag in Regensburg gesprochen. Im Veranstaltungsort „Leerer Beutel“ ließ er die vergangenen Jahre Revue passieren – von den Ermittlungen über die Untersuchungshaft bis hin zu zahlreichen Gerichtsterminen.
Der Hintergrund: Am 11. März beginnt vor dem Landgericht München I die erneute Verhandlung im ersten Parteispenden-Verfahren. Der erste Wolbergs-Prozess wird damit neu aufgerollt.
Vor rund zehn Jahren waren die Ermittlungen gegen Wolbergs öffentlich geworden. In seinem Rückblick sprach er von einer besonders schweren Zeit in seinem Leben.
Dabei übte er deutliche Kritik – sowohl an der Justiz als auch an den Medien. Aus seiner Sicht sei in den vergangenen Jahren nicht gerecht mit ihm umgegangen worden.
Ab dem 11. März wird in München der erste Parteispenden-Prozess aus den Jahren 2018 und 2019 erneut verhandelt. Zwei Mal war der Termin zuvor verschoben worden. Auf einen Deal will sich Wolbergs nach eigenen Angaben nicht einlassen.
Der Saal im Leeren Beutel war gut gefüllt. Viele Unterstützer waren gekommen. Am Ende des Abends gab es Standing Ovations.
Im Publikum herrschte vielfach Unverständnis darüber, wie mit Wolbergs umgegangen worden sei – sowohl von Seiten der Justiz als auch der Medien.
Auch sein ehemaliger Weggefährte, Regensburgs früherer dritter Bürgermeister Jürgen Huber, war vor Ort. Er sprach sich dafür aus, in der Berichterstattung und im öffentlichen Gespräch künftig weniger sensationslustig mit solchen Themen umzugehen.
Das Urteil im neu aufgerollten Verfahren vor dem Landgericht München I könnte bereits am 20. Mai fallen.
Bis dahin will Wolbergs weiterkämpfen. Er sei überzeugt davon, dass ihm bislang keine Gerechtigkeit widerfahren sei.