So., 31.05.2026 , 14:31 Uhr

Regensburg: Erinnerungen an bewegende Schicksale

Stolpersteine halten die Erinnerung lebendig

Sie erinnern an Geschichten, die unter die Haut gehen. Geschichten von Menschen, die während der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, verfolgt und ermordet wurden. Die Erforschung dieser Schicksale und ihre Weitergabe an kommende Generationen ist eine anspruchsvolle, aber wichtige Aufgabe.

Historikerinnen und Historiker leisten dabei einen bedeutenden Beitrag, indem sie die Lebensgeschichten der Betroffenen dokumentieren und öffentlich zugänglich machen. So bleibt die Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes lebendig.

Historikerin Sylvia Seifert über die Bedeutung der Erinnerungsarbeit

Für die Historikerin und Buchautorin Sylvia Seifert steht vor allem ein Ziel im Mittelpunkt: Die Geschichten der Betroffenen sollen weiterleben und ihre Botschaften die Menschen auch heute noch erreichen.

Die Auseinandersetzung mit den persönlichen Schicksalen erfordert dabei viel Einfühlungsvermögen und eine sorgfältige Recherche. Gleichzeitig schafft sie wichtige Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Mehr als 300 Stolpersteine in Regensburg

In Regensburg wurden mittlerweile mehr als 300 Stolpersteine verlegt. Sie erinnern an die unterschiedlichsten Schicksale von Einzelpersonen und Familien, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden.

Darunter befinden sich Menschen jüdischen Glaubens ebenso wie Menschen mit Behinderung, die während der NS-Zeit diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden. Die kleinen Messingtafeln im Stadtbild machen ihre Geschichten sichtbar und bewahren ihre Namen vor dem Vergessen.

Das Buch „Hier wohnte“ dokumentiert Regensburger Lebensgeschichten

Einige dieser bewegenden Biografien hat Sylvia Seifert gemeinsam mit weiteren Historikerinnen und Historikern im Buch „Hier wohnte“ festgehalten. Das Werk dokumentiert die Lebenswege zahlreicher Menschen aus Regensburg und zeigt, welche Auswirkungen die nationalsozialistische Verfolgung auf ihre Familien hatte.

Die umfangreichen Recherchen ermöglichen es, persönliche Schicksale nachzuzeichnen und historische Zusammenhänge verständlich darzustellen.

Familie Freising: Recherche führt bis in die USA

Besonders bemerkenswert war die Aufarbeitung der Geschichte der Familie Freising. Im Rahmen der Nachforschungen konnten Kontakte zu Nachfahren hergestellt werden, die heute in den Vereinigten Staaten leben.

Die Recherchen führten schließlich zu einem Familienmitglied in Amerika, das eigens zur Verlegung eines Stolpersteins nach Regensburg reiste. An der Landshuter Straße 14b nahm die Person an der Gedenkveranstaltung teil und schlug damit eine bewegende Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Erinnerungskultur als Auftrag für die Zukunft

Die Stolpersteine in Regensburg sind weit mehr als Gedenktafeln im Straßenpflaster. Sie erzählen persönliche Geschichten von Verlust, Verfolgung und Hoffnung. Durch die Arbeit von Historikerinnen und Historikern sowie das Engagement vieler Beteiligter bleiben diese Schicksale sichtbar.

So tragen die Stolpersteine dazu bei, die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu bewahren und das Bewusstsein für die Bedeutung von Menschlichkeit, Toleranz und Demokratie zu stärken.

Das könnte Dich auch interessieren

31.05.2026 02:30 Min Regensburg: Sparda-Bank Ostbayern unterstützt drei soziale Organisationen Spende für wichtige Hilfe in Regensburg Sie packen dort an, wo Unterstützung wirklich gebraucht wird: bei hilfsbedürftigen Menschen in Regensburg. Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist unverzichtbar, doch auch die notwendige Infrastruktur kostet Geld. Umso größer war die Freude bei drei sozialen Organisationen in der Domstadt, als ihnen die Sparda-Bank Ostbayern insgesamt 30.000 Euro an Spendengeldern 31.05.2026 01:01 Min Regensburg trotzt dem demografischen Wandel: Jüngste Stadt Bayerns bleibt auch künftig jung Geburtenzahlen in Deutschland auf historischem Tiefstand Der Babyboom in Deutschland ist längst Vergangenheit. Bereits im Jahr 2011 wurde mit nur 663.000 Neugeborenen die niedrigste Geburtenzahl seit dem Zweiten Weltkrieg registriert. Doch die Entwicklung hat sich weiter verschärft: Im vergangenen Jahr kamen noch weniger Babys zur Welt. Die Folge ist eine zunehmend alternde Bevölkerung. Regensburg bildet 31.05.2026 02:30 Min Regensburg: Hilfe für Bedürftige – Drei Vereine erhalten große Spende In Regensburg freuen sich gleich drei Hilfsorganisationen über finanzielle Unterstützung. Der Gewinnsparverein der Sparda-Bank Ostbayern hat insgesamt 30.000 Euro an soziale Einrichtungen in der Domstadt übergeben. Unterstützt werden die Rengschburger Herzen, die Tafel Regensburg und der Strohhalm. Jede Organisation erhält dabei 10.000 Euro. Große Unterstützung für ehrenamtliche Arbeit Die drei Einrichtungen helfen täglich Menschen, die 29.05.2026 00:32 Min Dieses Wochenende: Sperrungen am Regensburger Autobahnkreuz Dieses Wochenende ist das Autobahnkreuz in Regensburg zeitweise gesperrt. Die genauen Informationen finden Sie hier: https://www.tvaktuell.com/regensburg-wichtige-sperrungen-am-autobahnkreuz-ende-mai-716883/