Gedenkstätten gelten als wichtige Orte des Erinnerns. Sie schaffen Bewusstsein, stärken die Demokratie und bewahren die Geschichten der Opfer vor dem Vergessen. Gerade im Zusammenhang mit dem Holocaust übernehmen sie zunehmend eine besondere Rolle, da immer weniger Zeitzeugen ihre Erlebnisse persönlich weitergeben können.
Die T4-Gedenkstätte bei der Medbo in Regensburg wurde nun Ziel von Vandalismus. Kratzer und weitere Beschädigungen an den Gedenktafeln wurden seit dem Wochenende festgestellt. Die Tafeln erinnern an die Tiergartenstraße 4 in Berlin, die während der Zeit des Nationalsozialismus als zentrale Planungsstelle für die systematische Ermordung psychisch kranker Menschen galt. Gedenkstätten dokumentieren dabei auch Einzelschicksale und geben den Opfern ein Stück ihrer Würde zurück.
„Die Erinnerung an die Opfer bleibt“
Der Regensburger Bezirkstagspräsident Franz Löffler betont die Bedeutung solcher Erinnerungsorte.
„Die Erinnerung an die Opfer bleibt. Sie lässt sich weder zerkratzen noch einschüchtern. Der Schutz solcher Orte ist keine Nebensache. Er gehört zu unserer historischen Verantwortung(…)“
Weitere Schäden in Regensburg
Neben der beschädigten T4-Gedenkstätte wurde außerdem eine Heiligenstatue vor der Kirche St. Vitus beschädigt.
Eine Strafanzeige wurde bereits gestellt. Wer Beobachtungen gemacht hat oder Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei den zuständigen Stellen zu melden.