Zwischen Wohnhäusern in der Plattlingerstraße in Regensburg stand sie lange Zeit unscheinbar: eine schlichte Holzbaracke. Erst bei genauerem Hinsehen wurde deutlich, welche Geschichte in dem Gebäude steckt. Schon vor einigen Jahren wurde OTH-Professor Dietmar Kurapkat auf die Baracke aufmerksam und begann, ihre Vergangenheit zu erforschen.
Es stellte sich heraus, sie gehörte zu einem der größten Kriegsgefangenenlagern in Süddeutschland.
Am Freitagmorgen war von dem Gebäude allerdings kaum noch etwas zu sehen – nur eine Seitenwand stand noch. Doch ein Abriss ist nicht geplant.
Die Baracke ist nahezu im Originalzustand erhalten – so, wie sie von den Amerikanern nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde. Bis vor Kurzem diente sie noch als Lager und Werkstatt.
In den umliegenden Häusern lebten zuletzt Flüchtlingsfamilien. Das Wohnungsunternehmen Vonovia plant nun auf dem Gelände den Bau von 85 neuen, modernen Wohnungen. Für das Bauprojekt musste die Baracke weichen.
Statt eines Abrisses hat sich ein breites Bündnis zusammengeschlossen, um das historische Gebäude zu retten. Ziel ist es, die Baracke als Teil der Erinnerungskultur zu bewahren und an einem neuen Ort wieder aufzubauen.
Zunächst werden die Holzteile in Containern eingelagert. Parallel sucht die Stadt nach einem geeigneten Standort.
Ein Teil der Baracke wird vorübergehend ins Freilandmuseum Neusath-Perschen gebracht. Perspektivisch soll das Gebäude im Hohen Kreuz Viertel wieder aufgebaut werden – vorausgesetzt, die Stadt findet dort einen passenden Platz.
Damit bleibt ein Stück Regensburger Nachkriegsgeschichte erhalten – wenn auch an einem neuen Standort.