Statt Kanus zu vermieten, bleibt Günter Ferstl derzeit nur das Putzen der Boote. Der Betreiber eines Bootsverleihs in Pielenhofen an der Naab musste seinen Betrieb am Freitagmittag kurzfristig einstellen. Grund ist eine Anordnung des Landratsamts Regensburg: Das Wasser der Naab ist zu warm.
Nach Angaben des Landratsamts Regensburg müssen gewerbliche Bootsverleiher ihren Betrieb einstellen, sobald die Wassertemperatur an der Messstelle Heitzenhofen über 23 Grad liegt. Die Regelung soll die Fische schützen.
„Ab einer bestimmten Wassertemperatur, abhängig vom Gewässer, sinkt der Sauerstoffgehalt, was die Fische in Stress versetzt. In der Folge ist weiterer Stress für die Fische durch äußere Einwirkungen zu vermeiden.“
Für die betroffenen Bootsverleiher ist die Entscheidung schwer nachvollziehbar. Denn während gewerbliche Anbieter ihre Kanus nicht mehr verleihen dürfen, können Privatpersonen die Naab weiterhin befahren.
Das Landratsamt Regensburg verweist auf unterschiedliche gesetzliche Regelungen:
„Die gewerblichen Kanuverleiher werden vom Bayerischen Wassergesetz der Schifffahrt zugeordnet, die der Genehmigung bedarf. In diesen Verfahren sind Auflagen, die z.T. auch einschränkend sein können, nicht unüblich […] Im Gegensatz dazu fallen private Nutzer unter den Gemeingebrauch […]“
Damit könne das private Befahren der Naab nicht untersagt werden.
Ein Ende der Einschränkungen ist derzeit nicht in Sicht. Nach den aktuellen Wetterprognosen dürfte die Wassertemperatur auch in den kommenden Tagen hoch bleiben. Die Bootsverleiher fordern deshalb eine schnelle Änderung der bestehenden Regelung. Andernfalls sehen sie ihre wirtschaftliche Existenz massiv bedroht.