In der Oberpfalz beginnt die heiße Phase des Faschings. Jetzt ist die Zeit der Bälle, der Umzüge und des närrischen Treibens.
Doch wenn man an Fasching denkt, kommt vielen wohl zuerst das Rheinland in den Sinn. Die Oberpfalz gilt auf den ersten Blick nicht als klassische Hochburg. Dabei hat auch hier der Fasching eine lange Tradition – wenn auch mit ganz eigenen Ausprägungen.
Schon früh zeigte sich: „eine verkehrte Welt“ ist keine moderne Erfindung. Ebenso wenig wie das „Über die Stränge“ schlagen.
Gerade im Wirtshaus entfaltet der Fasching in der Oberpfalz seinen besonderen Charme.
In Schmidmühlen ziehen Männer zum Faschingsausklang beim „Fischzug“ durch die Wirtshäuser. Ziel ist es, vor Beginn der Fastenzeit noch das letzte Bier zu trinken – ganz nach alter Tradition.
Besonders in der katholisch geprägten Region wurde vor der Fastenzeit oft ausgelassen gefeiert. Maßlosigkeit vor dem Verzicht gehörte vielerorts dazu. Das zeigt: Ausgiebiges Feiern ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit.
Viele Faschingsbräuche waren zeitweise in Vergessenheit geraten. In den 1970er- und 1980er-Jahren wurden zahlreiche Traditionen wiederbelebt.
In vielen Orten entstanden neue Faschingszüge. Auch Bräuche wie das Geldbeutelwaschen oder der Sturm aufs Rathaus haben ihre Ursprünge in längst vergangenen Zeiten und sind bis heute fester Bestandteil des närrischen Kalenders.
Wie viele Traditionen verändert sich auch der Fasching im Laufe der Jahre.
Verkleiden ist heute längst nicht mehr nur auf die Faschingszeit beschränkt. Zudem nutzen viele Menschen die Fastenzeit nicht mehr ausschließlich für bewussten Verzicht.
So hat der Fasching ein Stück weit an seiner ursprünglichen Bedeutung verloren. Dennoch pflegen die Oberpfälzer Faschingsnarren weiterhin ihre Bräuche – auch wenn sich diese stetig wandeln.
In diesem Sinne: fröhliches Feiern!