Nach einer Prügel-Attacke in der Judo-Bundesliga ermittelt die Polizei wegen Körperverletzung. Ein Gast-Kämpfer des Leipziger Teams hatte Timo Cavelius vom TSV Abensberg nach einem verlorenen Kampf geschlagen und schwer im Gesicht verletzt. Für den 29-Jährigen hat der Vorfall auch sportliche Folgen: Er verpasst die kommende Judo-WM in Baku.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagabend beim Bundesliga-Kampf in Leipzig. Der Gast-Kämpfer wurde nach der Attacke von der Polizei in der Sporthalle Brüderstraße nicht mehr angetroffen. Offenbar befand er sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Hotel und soll mittlerweile wieder in seiner Heimat sein.
Nach einer Anzeige wegen Körperverletzung hat die Leipziger Polizei Ermittlungen aufgenommen. Die Person sei bekannt und es bestehe keine Gefahr in Verzug, teilte die Polizei am Montag mit.
Auch mehrere Judo-Verbände prüfen nun weitere Schritte. Nach Angaben des Deutschen Judo-Verbandes wurden die Internationale Judo-Föderation, die Europäische Judo-Union und der zuständige nationale Verband noch am Tag des Vorfalls informiert.
Die Aufarbeitung soll nach Angaben des Deutschen Judo-Verbandes in den vorgesehenen sportrechtlichen und rechtlichen Verfahren erfolgen.
Timo Cavelius wurde bei der Attacke schwer verletzt. Der Olympia-Teilnehmer erlitt einen Kieferbruch und verlor zwei Zähne. Der 29-Jährige musste operiert werden.
Damit fällt Cavelius für die Judo-Weltmeisterschaft vom 4. bis 11. Oktober in Baku aus. Besonders schwer wiegt der Ausfall mit Blick auf die laufende Olympia-Qualifikation. Cavelius möchte sich für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren und nach Paris zum zweiten Mal bei Olympia antreten.
Zum Zeitpunkt des Vorfalls hatte der 8:6-Sieg von Leipzig gegen den TSV Abensberg bereits festgestanden. Cavelius und sein Gegner waren innerhalb einer Stunde zweimal gegeneinander angetreten.
Das erste Duell in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm gewann der für Leipzig kämpfende Gast-Athlet. Im zweiten Kampf setzte sich Cavelius durch und zeigte anschließend eine provozierende Jubel-Geste in Richtung seines Gegners. Danach kam es zur Attacke.