Fr., 22.05.2026 , 16:02 Uhr

Landkreis Cham: Existenz bedroht? Psychotherapeuten kämpfen gegen Honorarkürzungen

Seit dem 1. April erhalten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bereits 4,5 Prozent weniger Honorar. Ab 2027 könnten die Vergütungen nach aktuellen Befürchtungen sogar noch weiter sinken. Die angekündigten Sparmaßnahmen der Krankenkassen sorgen deshalb in der Branche für große Unsicherheit – vor allem in Regionen, in denen therapeutische Angebote ohnehin knapp sind.

Längere Wartezeiten für Patienten befürchtet

Schon jetzt sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz vielerorts lang. Vor allem in ländlichen Regionen müssen Patienten teilweise ein halbes Jahr oder länger auf einen Termin warten.

Besonders betroffen könnten künftig Kassenpatienten sein. Denn wenn die Honorare weiter sinken, könnten sich wirtschaftliche Unterschiede zwischen gesetzlich und privat versicherten Patienten stärker bemerkbar machen. Dadurch könnten sich die ohnehin langen Wartezeiten weiter verschärfen.

Psychotherapeutin aus dem Landkreis Cham betroffen

Auch Lisa Gesner, Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche in Wald im Landkreis Cham, spürt die Auswirkungen der Kürzungen unmittelbar. Wie viele Kolleginnen und Kollegen ist sie direkt von den geplanten Änderungen betroffen.

Vor allem bei gesetzlichen Krankenkassen könnte sich die Situation weiter zuspitzen. Patienten müssten dann möglicherweise noch länger auf Hilfe warten – sofern eine Versorgung überhaupt noch sichergestellt werden kann.

Krankenkassen und Therapeuten sehen Situation unterschiedlich

Die Krankenkassen begründen die geplanten Einsparungen damit, dass die Vergütungen für Psychotherapeuten in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen seien.

Für Lisa Gesner stellt sich die Situation jedoch anders dar. Aus ihrer Sicht entspreche diese Darstellung nicht den tatsächlichen Entwicklungen.

Proteste und rechtliche Schritte angekündigt

Die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten wollen weiter gegen die geplanten Kürzungen vorgehen. Neben Protesten prüfen sie auch juristische Schritte.

Viele in der Branche sehen durch die geplanten Maßnahmen nicht nur ihre Arbeit erschwert, sondern befürchten auch Auswirkungen auf ihre wirtschaftliche Zukunft und die Versorgung von Patienten.

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