Mi., 03.06.2026 , 16:10 Uhr

Lam: „Keine Juden erlaubt“? Hotel-Mail sorgt bundesweit für Empörung

Im Landkreis Cham stehen die Betreiber eines Hotels in Lam im Mittelpunkt schwerwiegender Vorwürfe. Eine E-Mail mit einer antisemitischen Äußerung sorgt bundesweit für Aufsehen. Nun ermitteln Polizei, Generalstaatsanwaltschaft und auch der Staatsschutz. Gleichzeitig laufen Ermittlungen wegen Beleidigungen und Bedrohungen gegen den Hotelbetreiber.

Antisemitische Antwort auf Buchungsanfrage

„Sorry, there are no jews allowed in our hotel“ – „Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt.“

Dieser Satz soll von dem Hotel in Lam als Antwort auf eine Buchungsanfrage aus Israel verschickt worden sein. Öffentlich gemacht wurde der Vorfall von der israelischen Generalkonsulin für Süddeutschland, Talya Lador, auf dem Kurznachrichtendienst „X“.

Der Vorwurf: Eine eindeutig antisemitische Formulierung in einer geschäftlichen E-Mail.

Hotel spricht von Phishing-Versuchen

Vor laufender Kamera versuchte der Junior-Chef des Hotels in Lam, den Vorfall zu erklären. Man habe seit längerer Zeit mit gefälschten Buchungen und Phishing-Versuchen über eine große Buchungsplattform zu kämpfen. In der Vergangenheit seien dabei auch Nutzerdaten gestohlen worden.

Laut dem Juniorchef habe man sich inzwischen bei dem betroffenen Gast entschuldigt.

Ermittlungen durch Polizei und Staatsschutz

Der Fall beschäftigt inzwischen mehrere Behörden. Polizei, Generalstaatsanwaltschaft und der Staatsschutz haben Ermittlungen aufgenommen.

Dabei geht es nicht nur um die ursprüngliche Mail. Es werde auch wegen Beleidigungen und Bedrohungen gegen den Hotelbetreiber ermittelt. Am gestrigen Dienstag kam es zudem zu einem Einsatz in dem Hotel in Lam.

Deutliche Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

Der Zentralrat der Juden zeigte sich schockiert über die Vorwürfe. Auch das Justizministerium prüft rechtliche Schritte.

Chams Landrat Christian Schindler verurteilte Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung in einer Pressemitteilung deutlich:

„Der bekannt gewordene Vorfall erschüttert uns zutiefst. Antisemitismus hat im Landkreis Cham keinen Platz. Unsere Region steht für Offenheit und Gastfreundschaft für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt. Ein solcher Einzelfall darf nicht das Bild unserer zahlreichen engagierten und weltoffenen Gastgeber prägen.“

Tourismusabteilung reagiert

Auch die Tourismusabteilung des Landkreises Cham hat Konsequenzen gezogen. Der Hotelbetreiber wurde bis auf Weiteres von den touristischen Webseiten entfernt und aus dem touristischen Marketing genommen.

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