Fr., 05.06.2026 , 12:40 Uhr

Lam: „Keine Juden erlaubt“ – Hotel-Antwort löst weiter Entsetzen aus

Eine antisemitische E-Mail eines Hotels in Lam im Landkreis Cham sorgt weiter für massive Kritik. Hintergrund ist eine Antwort auf eine Buchungsanfrage aus Israel. Darin hieß es: „Sorry, there are no jews allowed in our Hotel“ – „Entschuldigung, in unserem Hotel sind keine Juden erlaubt“.

Obwohl sich der Hotelbetreiber inzwischen entschuldigt hat, schlagen die Wellen hoch. Zahlreiche Organisationen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft reagieren mit deutlicher Kritik auf die Äußerung aus Lam.

Zentralrat der Juden fordert juristische Untersuchung

Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, fordert eine juristische Prüfung des Vorfalls. Die Aussage lasse sich nicht rechtfertigen.

„Auch wenn ich die Entschuldigung für diese inakzeptable Äußerung zur Kenntnis genommen habe, bleibt es schockierend, dass jemand diesen Gedankengang nicht nur haben, sondern auch verschriftlichen und verschicken würde.“

Die antisemitische Formulierung aus dem Hotel in Lam habe eine Grenze überschritten, so die Kritik.

Bündnis im Landkreis Cham reagiert deutlich

Auch das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham / Cham gegen Rechts meldete sich zu Wort. Ruth Meissner betonte:

„Auch in Ausnahmesituationen dürfen Frust, Ärger oder Überforderung niemals dazu führen, ganze Bevölkerungsgruppen pauschal abzuwerten oder auszugrenzen.(…) Antisemitismus darf niemals als verständliche Reaktion relativiert werden“

Die Organisation macht klar: Antisemitische Aussagen dürften nicht verharmlost werden – unabhängig von den Umständen.

Fall an Behörden weitergeleitet

Für Bayerns Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle handelt es sich um eine „eindeutig antisemitische Äußerung“. Der Fall aus Lam sei an die zuständigen Behörden weitergeleitet worden.

Auch das Internationale Auschwitz Komitee reagierte schockiert auf die Nachricht aus dem Landkreis Cham.

Dr. Eva Umlauf, Präsidentin des Komitees und Auschwitz-Überlebende, erklärte:

„Man darf gerade an solchen Tagen nicht sprachlos sein, obwohl man als Überlebende eigentlich fassungslos und sprachlos ist: Ich habe vor wenigen Monaten ein Buch geschrieben, das auf meinen Beobachtungen und Eindrücken im Deutschland von heute basiert. Es trägt den Titel: „Genau so fängt es an“. Es ist dennoch entsetzlich, wenn meine Eindrücke jetzt auf erneute und so bizarre Weise bestätigt werden.“

Der Vorfall in Lam sorgt damit weiterhin für bundesweite Aufmerksamkeit und intensive Diskussionen über Antisemitismus und gesellschaftliche Verantwortung.

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