In Deutschland werden dringend Wohnungen gebraucht, gleichzeitig bleiben die Baukosten hoch. Immer mehr Kommunen setzen zudem auf Nachhaltigkeit. Auch im Wohnungsbau spielt dieser Aspekt eine wachsende Rolle. Dabei rückt ein Baustoff immer stärker in den Vordergrund, der eigentlich schon seit Jahrhunderten genutzt wird: Holz.
Ein mehrstöckiges Bürogebäude aus Holz ist nach wie vor eine Ausnahme im Objektbau. In Kelheim steht ein solches Gebäude: der Firmensitz von Bavarian Caps. Dort hatte Holzbau Semmler am vergangenen Freitag eingeladen, um über den nachhaltigen Baustoff Holz zu diskutieren.
Zu den Rednern gehörte Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung. Er sprach über die Folgen des Klimawandels und darüber, welche Maßnahmen notwendig sind, um ihn noch aufzuhalten. Seiner Einschätzung nach reicht es nicht aus, die weltweiten CO₂-Emissionen lediglich zu reduzieren. Zusätzlich müsse der Atmosphäre langfristig CO₂ entzogen werden.
Der Wissenschaftler, der auch Angela Merkel beraten hat, sieht in Holz einen besonders geeigneten Baustoff der Zukunft. Wenn Bäume nach ihrem Absterben nicht verrotten oder verbrannt werden, bleibt das gebundene CO₂ über mehrere Jahrhunderte gespeichert – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
In einer anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass nicht jedes Gebäude künftig aus Holz errichtet werden kann. Das Beispiel der Stadtbau in Regensburg zeigt jedoch, dass Holz auch bei größeren Wohngebäuden zunehmend eingesetzt wird.
Klimaschutz und große Bauvorhaben schließen sich damit nicht grundsätzlich aus – vielmehr gewinnt Holzbau als nachhaltige Alternative im Wohnungs- und Objektbau weiter an Bedeutung.