Funde aus der Sesselfelsgrotte bei Essing liefern neue Erkenntnisse über das Leben der Neandertaler in Ostbayern. Bereits in den 1980er-Jahren hatten Forscher dort zahlreiche Spuren entdeckt. Dank neuer Technik können die Funde heute genauer untersucht werden. Dazu gehören auch die Knochen eines Neandertaler-Fötus.
Eine wichtige Frage beschäftigt die Forschung beim Thema Feuer. Ein kanadischer Forscher war zu dem Schluss gekommen, dass Neandertaler möglicherweise nicht überall selbst Feuer entzünden konnten.
Die Untersuchungen der Funde aus der Sesselfelsgrotte bei Essing liefern jedoch andere Hinweise. Die Auswertung der dort gefundenen Feuerstellen spricht dafür, dass die Neandertaler selbst Feuer entzünden konnten.
Die Funde und die daraus gewonnenen Erkenntnisse sind jetzt in einer Ausstellung im Archäologischen Museum der Stadt Kelheim zu sehen. Die Ausstellung läuft noch bis Februar und zeigt, was die Untersuchungen über die Neandertaler und ihr Leben in der Region verraten.
Die Forschung geht unterdessen weiter. Prof. Dr. Thorsten Uthmeier führt bereits neue Ausgrabungen durch, diesmal bei Herrnsaal. Die dort gemachten Funde könnten Hinweise darauf liefern, dass sich Menschen in Europa anders ausgebreitet haben als bislang angenommen.
Bis diese neuen Funde und Erkenntnisse in einem Museum präsentiert werden können, dürften allerdings noch einige Jahre vergehen.