Die Spritpreise in Deutschland kennen derzeit nur eine Richtung: deutlich nach oben. Seit der neuen 12-Uhr-Regel dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen – und zwar mittags um 12 Uhr. Genau zu diesem Zeitpunkt machen die ohnehin schon hohen Preise vielerorts nochmals einen spürbaren Sprung.
Vor allem in der Grenzregion zu Tschechien wird deshalb der Tanktourismus zum günstigeren Nachbarn immer attraktiver.
Nur wenige Meter hinter der deutsch-tschechischen Grenze, im Ort Obervollmau, ist der Andrang an der Tankstelle groß. Der Grund ist offensichtlich: Hier kostet der Liter Diesel rund 48 Kronen, das sind umgerechnet etwa 1,97 Euro.
Zum Vergleich: Nach der Preiserhöhung um 12 Uhr liegt der Dieselpreis in Regensburg bei 2,51 Euro pro Liter. Der Preisunterschied ist deutlich – viele Autofahrer nehmen deshalb die längere Strecke nach Tschechien in Kauf, um günstiger zu tanken.
Rund zehn Minuten Autofahrt von der Grenze entfernt liegt Furth im Wald. Dort lag der Dieselpreis am Vormittag bei 2,38 Euro pro Liter, Super bei 2,16 Euro.
Viele Menschen reagieren mit Unverständnis auf die hohen Preise in Deutschland.
Während in Berlin noch über weitere Maßnahmen gegen die hohen Spritpreise diskutiert wird, schafft Tschechien bereits Fakten: Ab morgen legt die Regierung dort täglich eine Preisobergrenze für Kraftstoffe fest.
Zusätzlich wird die Verbrauchsteuer auf Diesel umgerechnet um etwa zehn Cent gesenkt. Sollte sich in Deutschland politisch nichts verändern, dürften die Preise hierzulande weiter steigen – und der Tanktourismus in der Grenzregion weiter zunehmen.