Nur einen Tag nach der einschneidenden Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD beinahe die absolute Mehrheit erreicht hätte, sind die bayerischen Parteien zum politischen Gillamoos zusammengekommen. Für die CSU standen Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Ministerpräsident Markus Söder auf der Bühne. Besonders im Fokus stand die Frage, wie die CSU auf das Wahlergebnis reagiert und ob Bundeskanzler Friedrich Merz Kritik einstecken muss.
In Bayern scheint die Welt für die CSU zunächst noch in Ordnung. Das Hofbräuzelt am Gillamoosmontag war voll mit Anhängern, beim Einmarsch von Markus Söder gab es kräftigen Applaus.
Zunächst sprach Alexander Dobrindt. Der Bundesinnenminister erwähnte die AfD nur kurz. Nachdenklichkeit oder Selbstzweifel ließ er nicht erkennen. Stattdessen stellte Dobrindt vor allem die von der Gesellschaft geforderte Leistungsbereitschaft in den Mittelpunkt.
Anschließend übernahm Markus Söder die Bühne. Der bayerische Ministerpräsident hielt eine emotionale Rede und schien innerlich deutlich bewegt vom Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Söder betonte, Bayern habe seine Hausaufgaben gemacht. Als Beispiele nannte er unter anderem Grenzkontrollen und Abschiebungen. Gleichzeitig machte der CSU-Chef deutlich, dass es seiner Partei nicht um radikale Positionen gehe.
Der Ministerpräsident warnte außerdem davor, welche Folgen eine AfD-Regierung haben könnte.
Eine direkte Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz gab es beim Gillamoos nicht. Stattdessen setzte Söder einen Seitenhieb gegen die Freien Wähler.
Erst ganz am Ende seiner Rede ließ der CSU-Chef eine kleinere Abgrenzung von der Bundespolitik und Kanzler Friedrich Merz erkennen.